Das Währungspaar GBP/USD klettert am Dienstag in der frühen europäischen Sitzung auf fast 1,3470. Der Greenback schwächt sich gegenüber dem Pfund Sterling (GBP), nachdem das US-Justizministerium mitgeteilt hat, dass es plant, den Vorsitzenden der Federal Reserve (Fed), Jerome Powell, wegen seiner Aussagen vor dem Kongress zu einem Renovierungsprojekt zu belangen.
Powell sagte am Sonntag, dass die Fed Vorladungen vom Justizministerium erhalten habe, aufgrund von Aussagen, die er letzten Sommer vor dem Kongress zu Kostenüberschreitungen bei einem 2,5 Milliarden Dollar teuren Renovierungsprojekt am Hauptsitz der Zentralbank in Washington gemacht hatte.
Er bezeichnete die Drohungen als „Vorwand“, um Druck auf die Fed auszuüben, die Zinssätze zu senken. Diese Schlagzeile weckt Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Fed, was den US-Dollar (USD) unter Verkaufsdruck setzt und dem Hauptpaar Rückenwind verleiht.
Die Bank of England (BoE) senkte ihren Zinssatz in der Sitzung im Dezember auf 3,75% und wird voraussichtlich 2026 weitere Senkungen vornehmen, da die Inflation nachlässt und die Bedingungen auf dem britischen Arbeitsmarkt schwach bleiben, obwohl die Beamten anmerken, dass zukünftige Entscheidungen „knapper werden“.
Eine dovishe Haltung der BoE könnte das Cable gegenüber dem USD belasten. Viele Analysten glauben, dass die britische Zentralbank die Zinsen im Februar stabil halten wird, wobei die nächste Senkung um 0,25% wahrscheinlich im März oder April dieses Jahres erfolgen wird.
Händler werden weitere Hinweise von den US-Inflationsdaten des Verbraucherpreisindex (CPI) für Dezember erwarten, die später am Dienstag veröffentlicht werden. Es wird erwartet, dass der Gesamt- und Kern-US-CPI im Dezember um 2,7% im Jahresvergleich ansteigt. Diese Zahlen könnten einige Hinweise auf den Zinspfad der USA geben.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.