Die Veröffentlichung der Inflation des Verbraucherpreisindex (VPI) in Tokio, die am Donnerstag gegen Ende der Marktsitzung um 23:30 GMT erwartet wird, wird den Märkten einen aktuellen Einblick geben, wie die japanische Inflation im Hintergrund voranschreitet. Die auf Tokio fokussierte VPI-Veröffentlichung am Donnerstag geht den nationalen VPI-Zahlen um einige Wochen voraus und dient als vorläufiger Indikator dafür, wie die japanische Inflation auf die geldpolitischen Maßnahmen der Bank of Japan (BoJ) reagiert oder nicht reagiert.
Die BoJ ist seit Jahrzehnten in einer hyper-lockeren geldpolitischen Haltung gefangen, wobei der Hauptreferenzzinssatz Japans seit September 1995 unter 1% feststeckt. Da die BoJ seit fast einem Drittel eines Jahrhunderts versucht, die japanische Inflation wieder zu beleben, suchen übervorsichtige geldpolitische Entscheidungsträger der Zentralbank nach klaren Anzeichen dafür, dass die Inflation ausreichend steigen wird, um defensive Zinserhöhungen zu rechtfertigen.
Die Gesamtinflation des VPI in Tokio für August, die voraussichtlich auf 2,5% im Jahresvergleich sinken wird, lag zuletzt bei 2,9%, während die Kern-Kern-VPI (Gesamtinflation des VPI minus Lebensmittel- und Energiepreise) zuletzt bei 3,1% lag.
Die Inflationskennzahlen Japans haben eine Schlüsselrolle auf den Yen-Märkten übernommen, da JPY-Käufer nach Anzeichen suchen, dass die BoJ endlich von ihrer Niedrigzinspolitik abweichen wird. Wie von Kenny Fisher von MarketPulse angemerkt: "Die BoJ hat betont, dass sie sich auf einem Weg zur Normalisierung der Geldpolitik befindet und plant, die Zinssätze zu erhöhen. Allerdings hat die BoJ seit Januar die Zinsen nicht angehoben und scheint sich nicht zu beeilen.
Auf dem aktuellen Kurs erwarten die Zinsmärkte nicht, dass die Zinssätze der BoJ bis frühestens März 2026 über 0,75% steigen werden. USD/JPY steckt weiterhin in einer mehrmonatigen Konsolidierungsphase, wenn auch am unteren Ende, und testet gerade unter 147,00.