Tradingkey – Am 15. Juli US-Ostküstenzeit erholte sich der Aktienkurs von Microsoft ( MSFT ) im frühen Handel kräftig. Bis zum Redaktionsschluss legte er um 3,2 % auf 397,26 US-Dollar zu und näherte sich damit der Marke von 400 US-Dollar.
Berichten zufolge haben Microsoft und 3M ( MMM) eine strategische Partnerschaft angekündigt, die sich auf die KI-Rechenzentrumsinfrastruktur und die Unternehmenstransformation konzentrieren wird. Der Mitteilung zufolge wird die Azure-Cloud-Plattform und KI-Infrastruktur von Microsoft als erster Hyperscale-Cloud-Anbieter die Expanded Beam Optical (EBO)-Technologie von 3M einsetzen. Zudem wird 3M die KI- und Digitalplattformen von Microsoft nutzen, um die Transformation in seinen wichtigsten Geschäftsbereichen voranzutreiben.

[Quelle: TradingView]
Bemerkenswert ist, dass der Aktienkurs von Microsoft gestern um 1,55 % nachgab, nachdem IBM enttäuschende Quartalszahlen vorgelegt und damit die Gesamtentwicklung der US-Softwareaktien belastet hatte. Goldman Sachs sprach umgehend eine deutliche Warnung aus und wies darauf hin, dass dieses IBM-Ereignis "das Szenario eines Bärenmarktes im Softwaresektor vollends bestätigen" werde, und prognostizierte einen breiten Abverkaufsdruck im gesamten Software- und Dienstleistungssektor.
Der Markt ist allgemein der Ansicht, dass der für Ende Juli erwartete Quartalsbericht von Microsoft ein Wendepunkt für diese Welle der Neubewertung von Softwareaktien sein wird. Sollte das Cloud-Wachstum von Azure im nächsten Quartal über 20 % bleiben, bedeutet dies, dass der Markt IBM als Einzelfall im Zusammenhang mit dessen Mainframe-Geschäft betrachtet, was die grundlegende These für Cloud-Software unberührt lässt. Fällt die Azure-Wachstumsrate hingegen unter 18 %, deutet dies auf die Sorge des Marktes hin, dass sich der Trend zur Verlagerung von IT-Budgets der Unternehmen in Richtung Hardware bereits auf Cloud-Abonnements ausgeweitet hat.
Citi erklärte, dass sie das Kursziel für Microsoft aufgrund der Kompression der Bewertungsmultiplikatoren in der Softwarebranche von 620 US-Dollar auf 570 US-Dollar gesenkt habe, während sie ihre Einstufung "Buy" beibehält. Citi erwartet starke Ergebnisse für das vierte Geschäftsquartal von Microsoft. Mit dem Übergang in das Geschäftsjahr 2027 werde Microsoft in der Lage sein, von höheren Erträgen zu profitieren, die durch ein beschleunigtes Wachstum in den Kerngeschäften (Azure und M365 Copilot) getragen werden, was letztlich das Umsatz- und EPS-Wachstum insgesamt weiter beschleunigen dürfte.
Darüber hinaus kündigte Microsoft eine Erweiterung der Funktionen seiner Dataverse-Plattform an, wodurch Dataverse-Plugins offiziell an drei große KI-Entwicklungsumgebungen angebunden werden: GitHub Copilot, Claude und Cursor. Dies nutzt Anweisungen in natürlicher Sprache, um die Entwicklungseffizienz zu steigern, während gleichzeitig die Investitionen in das Ökosystem des Model Context Protocol (MCP) erhöht werden. Als Cloud-Datenmanagementsystem für Unternehmen entwickelt sich Dataverse von einer Datengrundlage für Low-Code/No-Code-Anwendungen zu einer Kerninfrastruktur für KI-Agenten im Zeitalter der generativen KI weiter.
Entwickler können grundlegende Funktionen wie MCP, SDK und CLI mittels natürlicher Sprache innerhalb der genannten KI-Tools aufrufen. Dabei werden alle Vorgänge durch das Berechtigungssystem und die Governance-Regeln von Dataverse gesteuert, was ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Entwicklungseffizienz und Datensicherheit gewährleistet.
Auf Ökosystemebene deckt das MCP-Protokoll von Microsoft bereits über 60 schlüsselfertige Server ab, die verschiedene Tools für Produktivität, Entwicklung und Geschäftsanwendungen integrieren können. Diese passen sich nahtlos an die gesamte Palette der proprietären Produkte des Unternehmens an, darunter Microsoft 365 Copilot und Azure AI Foundry. Gleichzeitig eröffnet es Zertifizierungskanäle für MCP-Server von Drittanbietern und bietet Unternehmen selbst entwickelte Bereitstellungslösungen nach dem Prinzip "Bring Your Own MCP", komplett mit Administratorprüfung und Sicherheitsüberwachungsfunktionen. Dies treibt die Weiterentwicklung von Dataverse zu einer KI-gesteuerten, gut verwalteten Unternehmensdatenplattform der nächsten Generation voran.