TradingKey - Die Verschiebung des Börsengangs (IPO) von OpenAI und anhaltende finanzielle Verluste belasten weiterhin den Aktienkurs von SoftBank, der heute abstürzte, die Marke von 6.000 Yen unterschritt und nun die Spanne von 4.800 bis 5.000 Yen testen könnte.
Während des asiatischen Handels am 29. Juni setzten die Aktien des japanischen multinationalen Technologie- und Telekommunikationskonzerns SoftBank Group Corp. (9984) ihren Rückgang fort und fielen unter die wichtige Marke von 6.000 Yen. Bei Redaktionsschluss lag die SoftBank-Aktie im Intraday-Handel mit über 300 Yen oder 6,07 % im Minus und notierte bei 5.848 Yen.
SoftBank-Aktienchart. Quelle: TradingView
Am vergangenen Freitag (26. Juni 2026) erlitten die SoftBank-Aktien einen schweren Rückschlag und brachen im Tagesverlauf um mehr als 14 % ein, bevor sie mit einem Minus von 12,53 % schlossen. Damit wurden an einem einzigen Tag fast 5,6 Billionen Yen an Marktwert vernichtet. Letztendlich gelang es SoftBank nicht, die Marke von 6.000 Yen zu halten. Der Hauptauslöser für diesen Ausverkauf waren Berichte, wonach der KI-Riese OpenAI, in den SoftBank massiv investiert hat, seinen Börsengang verschiebt, was eine Kettenreaktion auslöste.
Berichten von Medien wie der New York Times zufolge warnte das Beratungsteam von OpenAI, dass die erhöhte Volatilität bei globalen Tech-Aktien in Verbindung mit dem Abwärtsdruck auf den Aktienkurs von SpaceX nach dessen Börsengang auf eine Abkühlung des Marktenthusiasmus für hoch bewertete Unternehmen hindeutet. Trotzdem weigert sich OpenAI-CEO Sam Altman, die Erwartungen zu senken, und hält an einer angestrebten IPO-Bewertung von 1 Billion US-Dollar fest. Dies hat die Führungskräfte dazu veranlasst, den Zeitplan für den Börsengang von Ende 2026 auf 2027 zu verschieben, um Zeit zu gewinnen, um in diese Bewertung hineinzuwachsen.
Neben der IPO-Verzögerung haben auch die finanziellen Fundamentaldaten von OpenAI den Markt verunsichert. Jüngst veröffentlichten Daten zufolge steigen die Verluste von OpenAI weiter an, da das Unternehmen seine Rechenleistung und Infrastruktur aggressiv ausbaut. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete das Unternehmen einen Nettoverlust von über 21,3 Milliarden US-Dollar, verglichen mit einem Nettoverlust von 39 Milliarden US-Dollar im gesamten Jahr 2025. Dies hat die Skepsis der Anleger darüber verstärkt, wann sich die massiven KI-Investitionen endlich in Gewinne ummünzen lassen.
Angesichts von Marktgerüchten über eine „KI-Blase“ hatte SoftBank-Gründer Masayoshi Son solche Behauptungen erst kürzlich auf der jährlichen Hauptversammlung zurückgewiesen und versprochen, verstärkt auf künstliche Intelligenz zu setzen. Die Verzögerung bei OpenAI hat jedoch zweifellos wie eine kalte Dusche auf den Markt gewirkt und die Anleger gezwungen, das Risikoprofil der aggressiven KI-Strategie von SoftBank neu zu bewerten, was zu Panikverkäufen führte.
Obwohl das Vorzeigeinvestment OpenAI einen Dämpfer erhalten hat, setzt Son derzeit stark auf „Roze“, ein Robotik-Startup, das KI und Hardware-Assets integriert. Das Startup strebt bereits für die zweite Hälfte des Jahres 2026 einen Börsengang mit einer Bewertung von 100 Milliarden US-Dollar an. Der Markt zeigt sich von diesem spekulativen Katalysator jedoch wenig überzeugt, was die Aktie kurzfristig unter Druck setzt. Aus charttechnischer Sicht liegt die nächste Unterstützung für SoftBank zwischen 4.800 und 5.000 Yen. Diese Spanne diente am 1. Juni dieses Jahres als Ausgangspunkt für die Rallye auf Rekordhöhen, stieß auf großes Marktinteresse und stellt eine wichtige psychologische runde Marke dar, die solide Unterstützung bieten sollte.
SoftBank-Aktienchart. Quelle: TradingView