Die deutsche Wirtschaft hat sich zuletzt besser entwickelt als erwartet. Ralph Solveen und seine Kollegen von der Commerzbank verweisen darauf, dass das Bruttoinlandsprodukt in den vergangenen drei Quartalen im Schnitt um rund 0,35 Prozent gegenüber dem jeweiligen Vorquartal gewachsen ist. Haupttreiber waren stärkere Exporte in andere EU-Länder. Der Frühindikator Early Bird und die aufgehellte Stimmung in den Unternehmen sprechen für eine Fortsetzung der Erholung. Schwache private Investitionen und strukturelle Probleme dürften das Wachstum jedoch weiter bremsen.
"Die deutsche Konjunktur scheint die Wende nach oben geschafft zu haben. Haupttreiber des recht robusten Wachstums in den vergangenen drei Quartalen war die stärkere Auslandsnachfrage, während die staatlichen Investitionen trotz der Sondervermögen bislang noch nicht nachhaltig gestiegen sind. Die Frühindikatoren machen Hoffnung, dass sich die Erholung fortsetzt."
"Nach den jüngsten BIP-Zahlen, die am vergangenen Dienstag veröffentlicht wurden, ist die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal sogar noch stärker gewachsen als bislang angenommen. Damit ist die Wirtschaftsleistung in den vergangenen drei Quartalen gegenüber dem jeweiligen Vorquartal im Durchschnitt um 0,35 Prozent gestiegen."
"Die Chancen stehen zudem gut, dass sich die Erholung im weiteren Jahresverlauf und im kommenden Jahr fortsetzt. Dafür sprechen zum einen die zuletzt etwas optimistischeren Erwartungen der Unternehmen. Zum anderen zeigt unser eigener Frühindikator Early Bird, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin überdurchschnittlich günstig sind."
"Angesichts der Aufwärtsrevision der Zahlen für das zweite Quartal und der Erwartung, dass das dritte Quartal weniger schwach ausfallen wird als bislang angenommen, bestehen leichte Aufwärtsrisiken für unsere Wachstumsprognose von 1 Prozent in diesem Jahr. Unsicherheit besteht allerdings weiterhin darüber, wie sich der Konflikt im Nahen Osten - und damit auch die Energiepreise - entwickeln wird."
"Darüber hinaus gibt es trotz der jüngsten, insgesamt besser als erwarteten Entwicklung weiterhin keine Anzeichen für eine selbsttragende Erholung. Dafür müssten die privaten Investitionen steigen. Diese sind im zweiten Quartal jedoch erneut zurückgegangen."
"Aus diesem Grund dürfte das Wachstum der deutschen Wirtschaft in den kommenden Quartalen nicht deutlich an Fahrt gewinnen, sondern moderat bleiben."