Das Euro-Team von Nomura rechnet damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen auf ihrer Sitzung am 10. September um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent anheben wird. Als Gründe nennen die Experten die höhere HVPI-Inflation und die robuste Konjunktur im Euroraum. Zudem verweisen sie auf jüngste restriktive Äußerungen von EZB-Vertretern. Die weitere Entwicklung der Preise für Brent-Öl und niederländisches TTF-Erdgas könnte darüber entscheiden, ob bis Dezember 2026 zusätzliche Zinsschritte notwendig werden.
"Wir erwarten, dass die EZB die Zinsen auf ihrer Sitzung am 10. September angesichts der steigenden HVPI-Inflation infolge des Iran-Kriegs und der wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit des Euroraums um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent anheben wird. Allerdings bestehen eindeutig Risiken für weitere Zinserhöhungen über September hinaus."
"In eine ähnliche Richtung gingen gestern die restriktiven Äußerungen von EZB-Vertreter Radew. Er erklärte, der neutrale Zinssatz liege 'wahrscheinlich bei etwa 2,50 Prozent'. Zudem könnte die EZB letztlich gezwungen sein, die Zinsen bis in den restriktiven Bereich anzuheben."
"Wir halten an unserer Einschätzung fest, dass die EZB die Zinsen auf ihrer Sitzung am 10. September um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent anheben wird. Kurzfristig wird die Markterwartung für den EZB-Zins bis Dezember 2026 weitgehend vom Preis für Brent-Rohöl bestimmt, während wir die Nachrichtenlage rund um die USA und den Iran weiter genau verfolgen."
"Allerdings besteht ein klares Risiko für eine Zinserhöhung im Dezember, sollte der Preis für niederländisches TTF-Erdgas weiter steigen. Die Preisbewegungen bei Brent-Rohöl schlagen größtenteils unmittelbar auf die Inflation durch, vor allem über die Kraftstoffkomponente im HVPI-Warenkorb."
"Die Auswirkungen von Preisbewegungen bei niederländischem TTF-Erdgas zeigen sich dagegen mit größerer Verzögerung und schrittweise. Dadurch entstehen länger anhaltende und breiter angelegte Inflationsrisiken."