Das aktuelle Thailand-Update der Commerzbank zeigt für Mai insgesamt stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Die Exporte werden weiterhin von der robusten weltweiten Nachfrage nach Elektronik gestützt, stehen jedoch unter dem Einfluss möglicher Risiken durch die US-Handelspolitik und eine schwächere Industrieentwicklung in der Region. Nach Einschätzung der thailändischen Notenbank bleiben die Inflationsrisiken begrenzt, sodass kurzfristig kaum Anlass für eine Änderung der Geldpolitik besteht. Der Wechselkurs USD/THB gab zuletzt leicht nach, während der Baht seit Jahresbeginn gegenüber dem US-Dollar weiterhin 5,2 Prozent verloren hat.
„Die Exporte legten im Mai im Jahresvergleich um 9,8 Prozent zu, nach 23,2 Prozent im Vormonat. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 ergibt sich damit ein Plus von 16,9 Prozent. Die Importe stiegen um 34,5 Prozent nach zuvor 44,0 Prozent, begünstigt durch eine niedrigere Ölimportrechnung infolge der gesunkenen Ölpreise. Seit Jahresbeginn haben die Importe um nahezu 36 Prozent zugelegt. Das Handelsdefizit verringerte sich von zuvor 6,7 Milliarden US-Dollar auf 2,6 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig sank das Leistungsbilanzdefizit auf 6,4 Milliarden US-Dollar nach zuvor 7,8 Milliarden US-Dollar.“
„Mit Blick auf die kommenden Monate dürfte der thailändische Exportsektor weiterhin von der robusten weltweiten Nachfrage nach Elektronik profitieren. Allerdings könnten die zunehmende Unsicherheit über die US-Handelspolitik, geopolitische Entwicklungen sowie eine schwächere Industrieproduktion in der Region die Dynamik in der zweiten Jahreshälfte bremsen.“
„Nach der jüngsten Einschätzung der Bank of Thailand (BoT) blieb die Wirtschaft im Mai insgesamt stabil. Leichte Verbesserungen der Binnennachfrage glichen die schwächere Entwicklung im Außenhandel aus.“
„Vor diesem Hintergrund gibt es derzeit kaum Hinweise darauf, dass die BoT ihre Geldpolitik in naher Zukunft ändern wird. Als wichtigste Risiken nennt die Notenbank die hohen Lebenshaltungskosten, geopolitische Spannungen, die US-Handelspolitik sowie das Wetterphänomen El Niño, das die Lebensmittelpreise steigen lassen könnte.“
„Die Gesamtinflation blieb im Mai mit 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht, bewegte sich jedoch auf einem weitgehend stabilen Niveau. Die Kerninflation stieg leicht auf 0,9 Prozent, da Unternehmen höhere Vorleistungskosten schrittweise an die Verbraucher weitergaben. Nach Einschätzung der BoT bleiben die Inflationsrisiken insgesamt begrenzt, größere und breit angelegte Preissteigerungen seien bislang kaum erkennbar.“
„Seit Jahresbeginn hat der Baht gegenüber dem US-Dollar 5,2 Prozent an Wert verloren.“