Dollar trotzt Nahost-Entspannung: Experten sehen weiter Rückenwind

Quelle Fxstreet

OCBC-Analyst Sim Moh Siong argumentiert, dass die jüngste Risikofreude an den Märkten nach der Verständigung zwischen den USA und dem Iran bislang nur zu einem begrenzten Rückgang der US-Renditen und des US-Dollars geführt habe. Als Stützen für die Widerstandsfähigkeit der US-Währung nennt er das KI-getriebene Wachstum in den USA, Risiken im Zusammenhang mit der Geldpolitik der US-Notenbank Fed sowie die Entwicklung am Ölmarkt. Die Bank bleibt gegenüber dem Dollar neutral eingestellt und bevorzugt Devisengeschäfte zwischen anderen Währungen gegenüber direkten Wetten auf einen schwächeren Greenback.

Dollar bleibt trotz Risikofreude robust

„Der begrenzte Rückgang der US-Renditen und ein widerstandsfähiger US-Dollar deuten darauf hin, dass die Märkte weiterhin vorsichtig mit Blick auf mögliche restriktive Signale der Fed bleiben. Die anhaltend starken Investitionen im Bereich Künstliche Intelligenz stützen die Arbeitskräftenachfrage und untermauern die robuste Wachstumsperspektive der USA im Vergleich zu anderen Volkswirtschaften. Zudem erscheint die Positionierung der Marktteilnehmer im Vorfeld der FOMC-Sitzung in dieser Woche eingeschränkt, was die Bereitschaft verringert, den US-Dollar vor einem wichtigen geldpolitischen Ereignis zu verkaufen.“

„Auch die Entwicklung am Ölmarkt begrenzt das Abwärtspotenzial des US-Dollars. Der Brent-Ölpreis ist auf rund 83 US-Dollar je Barrel gefallen und liegt damit nahe vieler Prognosen für das Jahresende. Wir erwarten, dass Brent bis zum Jahresende in Richtung 80 US-Dollar tendiert, wobei die Risiken eher auf der Oberseite liegen.“

„Begrenzter Dollar-Rückgang: Die Energiepreise gaben deutlich nach und Risikoanlagen legten zu, nachdem sich die USA und der Iran am 14. Juni auf eine Absichtserklärung verständigt hatten, deren Unterzeichnung für den 19. Juni vorgesehen ist. Die US-Renditen und der breit gefasste US-Dollar-Index gaben jedoch nur moderat nach, obwohl sich die Währungen von Schwellenländern, die Nettoimporteure von Öl sind – darunter die indonesische Rupiah, die indische Rupie und der philippinische Peso –, kräftig erholten.“

„Auch wenn eine Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran grundsätzlich unterstützend wirkt, ist ihre Dauerhaftigkeit bislang nicht erprobt. Selbst wenn die Straße von Hormus wieder vollständig geöffnet wird, dürfte die Normalisierung nur schrittweise erfolgen. Die Räumung von Minen, die Wiederaufnahme von Versicherungsschutz, das Hochfahren zuvor stillgelegter Förderkapazitäten sowie vorsorgliche Lageraufstockungen dürften einen weiteren deutlichen Rückgang der Ölpreise bremsen.“

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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