Die UOB-Ökonominnen Julia Goh und Loke Siew Ting weisen darauf hin, dass die Inflation auf den Philippinen im Mai überraschend nachgelassen hat, jedoch weiterhin über dem Zielwert der Zentralbank Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) liegt. Damit bleiben die Risiken aus ihrer Sicht nach oben gerichtet. Sie rechnen damit, dass die BSP am 18. Juni den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,75 Prozent anhebt und im dritten Quartal 2026 einen weiteren Schritt um 25 Basispunkte auf 5,00 Prozent folgen lässt. Anschließend dürfte die Notenbank die Zinsen unverändert lassen, um die Inflationserwartungen zu verankern und den philippinischen Peso (PHP) zu stützen.
„Trotz des schwächer als erwarteten Anstiegs der Gesamtinflation bleiben die Risiken für den kurzfristigen Inflationsausblick nach oben gerichtet.“
„Daher halten wir vorerst an unserer Inflationsprognose für das Gesamtjahr 2026 von 7,5 Prozent fest (BSP-Schätzung: 6,3 Prozent; 2025: 1,7 Prozent).“
„Gleichwohl dürfte die schwächere Gesamtinflation zusammen mit dem gedämpften BIP-Wachstum im ersten Quartal 2026 die geldpolitische Reaktion der BSP bei der Sitzung des Monetary Board am 18. Juni abschwächen und überdurchschnittlich starke Zinserhöhungen weniger wahrscheinlich machen.“
„Wir rechnen weiterhin mit einer schrittweisen Anhebung des Reverse-Repurchase-Satzes (RRP) um 25 Basispunkte auf 4,75 Prozent, gefolgt von einer weiteren Erhöhung um 25 Basispunkte auf 5,00 Prozent im dritten Quartal 2026. Danach dürften die Zinsen unverändert bleiben, um ein Gleichgewicht zwischen der Rückführung der Inflationserwartungen in Richtung des Zielwerts bis Anfang 2027 und der Aufrechterhaltung der Wachstumsdynamik angesichts anhaltender globaler Unsicherheiten zu schaffen.“
„Die geldpolitische Straffung wird zudem durch gezielte fiskalpolitische Maßnahmen ergänzt werden, insbesondere um bei Bedarf die Lebensmittelpreise zu stabilisieren.“