Die Ökonomin Radhika Rao von DBS Group Research weist darauf hin, dass die indonesischen Inlandsmärkte unter Druck stehen. Die Rupiah notiert auf einem Rekordtief, während die Aktienmärkte in die Nähe ihres niedrigsten Niveaus seit sechs Jahren gefallen sind. Zudem werde das Mandat der indonesischen Notenbank Bank Indonesia (BI) auf die Realwirtschaft ausgeweitet, während fiskalische Belastungen und steigende Risiken im Zusammenhang mit dem Ölpreis zunehmen. Trotz des erweiterten Mandats erwartet DBS, dass die Geldpolitik weiterhin auf die Stabilität der Finanzmärkte ausgerichtet bleibt und die Zinsen weiter angehoben werden.
„Die indonesischen Inlandsmärkte stehen unter Druck. Die Rupiah ist auf ein Rekordtief von mehr als 18.000 je US-Dollar gefallen und hat seit Jahresbeginn rund 7,5 Prozent an Wert verloren. Der Leitindex der Börse bewegt sich zugleich nahe seinem niedrigsten Stand seit fast sechs Jahren.“
„Sollten die Kraftstoffpreise nicht angepasst werden, um die Nachfrage zu dämpfen, dürften höhere globale Ölpreise und die schwache Rupiah die Handelsbilanz belasten und damit auch die Entwicklung der Leistungsbilanz beeinträchtigen.“
„Unabhängig davon hat das Parlament in dieser Woche eine Reform des Finanzgesetzes verabschiedet. Zu den Änderungen gehört unter anderem eine Ausweitung des Mandats der Bank Indonesia auf die Realwirtschaft und möglicherweise auch auf die Förderung von Beschäftigung.“
„Trotz der geplanten Änderungen des Mandats erwarten wir, dass die Geldpolitik kurzfristig die Stabilität der Finanzmärkte in den Mittelpunkt stellt und die Zinsen weiter anhebt, um die Landeswährung zu stützen.“
„Am Anleihemarkt sind die Renditen in dieser Woche über sämtliche Laufzeiten gestiegen. Die Tendenz einer bärischen Verflachung der Zinskurve blieb dabei bestehen.“