EUR/CAD steigt leicht an, nachdem es am Vortag Verluste von über 0,5 % verzeichnete, und handelt während der europäischen Handelsstunden am Montag um 1,6070. Das Währungspaar gewinnt etwas Boden, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) trotz höherer Ölpreise Schwierigkeiten hat.
Der WTI-Preis stieg aufgrund erneuter Spannungen im Nahen Osten, nachdem Israel und Iran sich gegenseitig angegriffen hatten. The Guardian berichtete, dass in Tel Aviv Luftschutzsirenen ertönten, nachdem ein Angriff aus dem Jemen erfolgte. Die Vergeltungsschläge aus dem Jemen, dessen Militärkraft, die Huthi-Rebellen, vom Iran unterstützt wird, zeigen, dass die Konflikte im Nahen Osten wieder begonnen haben.
Zuvor berichtete die BBC, dass die Israelischen Verteidigungskräfte (IDF) angeblich militärische Ziele im Iran getroffen haben, nachdem ein iranischer Raketenangriff auf Nordisrael erfolgte. Diese Eskalation erfolgte trotz der Kritik von US-Präsident Donald Trump an früheren israelischen Angriffen in Beirut und seines aktiven Einsatzes für eine diplomatische Lösung zwischen Premierminister Netanyahu und Teheran.
Der Abwärtstrend des Kanadischen Dollars (CAD) könnte durch stärkere als erwartete inländische Beschäftigungsdaten gebremst werden. Im Mai schuf die kanadische Wirtschaft 88.000 Arbeitsplätze und übertraf damit die wirtschaftlichen Prognosen deutlich. Diese robuste Arbeitsmarktleistung hat die Erwartungen verstärkt, dass die Bank of Canada (BoC) die Zinssätze länger auf einem hohen Niveau halten könnte als zuvor angenommen.
Bei den Daten verbesserte sich das Sentix-Anlegervertrauen in der Eurozone, ein wichtiger Indikator für die Anlegerstimmung, im Juni auf -13,4 von -16,4 im Mai. Die deutschen Auftragseingänge sanken im April um 3,8 % nach einem revidierten Anstieg von 4,5 % im März. Die Daten verfehlten den geschätzten Rückgang von 1,2 %. Auf Jahresbasis stiegen die Aufträge im April um 1,6 % im Vergleich zum Vorjahr, nach einem vorherigen Anstieg von 4,5 % (revidiert von 5,0 %).
Rainer Guntermann von der Commerzbank sagt, dass eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) um 25 Basispunkte am Donnerstag fast sicher und vollständig eingepreist sei, was die erste Erhöhung seit September 2023 markiere. Er erwartet keine aufeinanderfolgende Erhöhung im Juli, da dies verfrüht sei, sieht aber eine weitere Erhöhung im September. Niedrigere Ölpreise sollten dann die Inflation dämpfen, eine restriktive Politik verhindern und Spielraum für Zinssenkungen im Jahr 2027 eröffnen.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.