Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB) und Gouverneur der Zentralbank von Irland, Gabriel Makhlouf, erklärte am Freitag in seinem Blog auf der Website der irischen Zentralbank, dass er wachsam gegenüber den indirekten Auswirkungen höherer Energiepreise auf Produktion, Transport und Dienstleistungen sein werde, berichtet Reuters.
Ich werde den indirekten Effekten besondere Aufmerksamkeit schenken, also wie höhere Energiepreise zu einer kostengetriebenen Inflation in Produktion, Transport und Dienstleistungen beitragen.
Potenzielle Zweitrundeneffekte über Löhne werden länger brauchen, um sich zu zeigen, angesichts der gestaffelten Lohnfindung in Europa. In der Zwischenzeit müssen die Inflationserwartungen genau überwacht werden, um Anzeichen einer Entankerung zu erkennen.
Die Äußerungen von EZB-Mitglied Makhlouf scheinen keine Auswirkungen auf den Euro (EUR) zu haben. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert EUR/USD aufgrund der Schwäche des US-Dollars (USD) 0,2 % höher bei rund 1,1755.
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.