Die Commerzbank sieht Chinas Wirtschaftswachstum von 5,0 Prozent trotz schwacher Investitionen und stagnierender Einzelhandelsumsätze als Hinweis auf eine anhaltende Abhängigkeit von der Auslandsnachfrage. Dies dürfte die Behörden vorsichtig bleiben lassen, eine stärkere Aufwertung des Yuan zuzulassen. Peking scheint lediglich moderate Gewinne der Währung gegenüber dem US-Dollar zu tolerieren, um Wettbewerbsfähigkeit und politischen Druck auszubalancieren. Daten für März deuten zudem darauf hin, dass staatliche Banken den Yuan gestützt haben könnten. Die Commerzbank rechnet daher nur mit einer langsamen Aufwertung der chinesischen Währung gegenüber dem Dollar.
"Man könnte sich zwar fragen, wie eine Volkswirtschaft um 5,0 Prozent wachsen kann, wenn die Investitionen nur um 1,7 Prozent zulegen und die Einzelhandelsumsätze inflationsbereinigt nahezu stagnieren. Für den Yuan sind die Implikationen jedoch relativ klar: Die chinesische Wirtschaft bleibt auf die Auslandsnachfrage – und damit auf die Entwicklung ihrer Exporte – angewiesen, um Wachstum zu generieren."
"Die Regierung dürfte daher weiterhin bestrebt sein, eine zu starke Aufwertung des Yuan zu verhindern, um die Wettbewerbsfähigkeit nicht zu gefährden."
"Gleichzeitig möchte die Regierung eine leichte Aufwertung des Yuan gegenüber dem US-Dollar zulassen. Dies hilft nicht nur, den internationalen politischen Druck im Zusammenhang mit den hohen chinesischen Exporten etwas zu verringern. Auch die Daten für März bestätigen dies."
"Mit Beginn des Iran-Konflikts wertete der Yuan im März gegenüber dem US-Dollar nicht weiter auf. Zahlen zu den Auslandsaktiva der großen staatlichen Banken deuten jedoch darauf hin, dass die Regierung den Yuan im März durchaus leicht gestützt haben könnte, um eine Abwertung zu verhindern."
"Mit dem Waffenstillstand im Iran und der derzeit leichten Schwäche des US-Dollars hat sich die Aufwertung des Yuan wieder fortgesetzt. Für März deutet der Rückgang der Auslandsaktiva im chinesischen Bankensektor um rund 100 Milliarden Yuan darauf hin, dass es durchaus zu einer Abwertung hätte kommen können. Mit Blick nach vorn erwarten wir daher weiterhin, dass die chinesische Regierung nur eine langsame Aufwertung des Yuan gegenüber dem US-Dollar zulassen wird."