EUR/CAD bleibt nach geringen Verlusten am Vortag unverändert und notiert während der europäischen Handelszeit am Dienstag um 1,6220. Das Währungspaar bleibt stabil, da die Gewinne des Euro (EUR), getrieben von einem hawkischen Sentiment rund um die geldpolitischen Aussichten der Europäischen Zentralbank, die Stärke des Kanadischen Dollars (CAD) ausgleichen, die durch verbesserte Marktsentiments gestützt wird, welche mit der Möglichkeit weiterer Waffenstillstandsverhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und Iran verbunden sind.
Die Inflationsdaten aus Deutschland und Spanien hoben die positiven Effekte hervor, die sich aus dem Iran-Krieg ergeben, im Vorfeld des Auftritts von EZB-Präsidentin Christine Lagarde beim Treffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) später am Dienstag. Francesco Pesole von ING stellte fest, dass Lagarde und andere Mitglieder des EZB-Rats voraussichtlich einen überwiegend hawkischen Ton angesichts der Volatilität im Golf beibehalten werden. Die Märkte preisen derzeit eine moderate Straffung der EZB-Politik bei der Sitzung am 30. April sowie zwei weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr ein.
Das EUR/CAD-Paar könnte weiter an Dynamik gewinnen, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) Gegenwind durch niedrigere Ölpreise erfahren könnte, angesichts Kanadas Status als größter Rohölexporteur in die Vereinigten Staaten (US). Die Rohölpreise sinken, da die Angebotsbedenken nachlassen, nachdem Berichte aufkamen, dass die US und Iran möglicherweise weitere Verhandlungen führen, um einen längerfristigen Waffenstillstand zu sichern, bevor die aktuelle zweiwöchige Waffenruhe ausläuft.
US-Präsident Donald Trump sagte, Iran habe Kontakt aufgenommen und suche nun die Wiederaufnahme der Verhandlungen. Vizepräsident JD Vance verwies ebenfalls auf laufende diplomatische Bemühungen und einen möglichen Weg zur Deeskalation zwischen den US und Iran. Er fügte hinzu, dass die jüngsten Diskussionen am Wochenende konstruktiv waren und US-Beamten tiefere Einblicke in die Verhandlungsposition Irans boten.
Die Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ beschreiben die Risikobereitschaft der Anleger. In einer „Risk-on“-Phase sind Investoren bereit, in risikoreichere Anlagen zu investieren, während sie in einer „Risk-off“-Phase sicherere Anlagen bevorzugen.
In „Risk-on“-Phasen steigen die Aktienmärkte, und auch Rohstoffe – abgesehen von Gold – gewinnen an Wert, da sie von einem positiven Wachstumsausblick profitieren. Währungen von rohstoffexportierenden Ländern sowie Kryptowährungen legen zu. In „Risk-off“-Zeiten gewinnen Staatsanleihen an Wert, Gold steigt, und sichere Währungen wie der Japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar werden bevorzugt.
Währungen von rohstoffreichen Ländern wie Australien, Kanada und Neuseeland profitieren in Phasen der Risikobereitschaft („Risk-on“), da Rohstoffe in Zeiten wirtschaftlicher Expansion tendenziell im Preis steigen.
Die Währungen, die in Phasen von „Risk-off“-Stimmungen typischerweise an Wert gewinnen, sind der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert in Krisenzeiten von seiner Rolle als Weltreservewährung, da Investoren vermehrt US-Staatsanleihen kaufen, die als besonders sicher gelten. Dies liegt daran, dass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig wird. Der Yen verzeichnet durch die hohe Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen Zuwächse, da ein Großteil dieser Anleihen von inländischen Investoren gehalten wird, die selbst in Krisenzeiten kaum Verkaufsdruck erzeugen. Der Schweizer Franken wird aufgrund strenger Bankgesetze, die den Kapitalschutz verbessern, als sicherer Hafen betrachtet.