Das Paar USD/JPY zieht am Freitag in den frühen europäischen Handelsstunden einige Käufer auf rund 159,30 an. Ein fragiler Waffenstillstand zwischen den USA und Iran stützt den US-Dollar (USD) gegenüber dem japanischen Yen (JPY).
Die Händler warten am Freitag auf den entscheidenden US-Verbraucherpreisindex (VPI)-Bericht, der eine Richtung für die länger anhaltende Zinspolitik der Federal Reserve (Fed) vorgeben könnte. Der Marktkonsens erwartet, dass die Gesamtinflation des VPI im März auf 3,3 % im Jahresvergleich steigt, nach 2,4 % im Februar, angetrieben durch stark gestiegene Ölpreise aufgrund des Kriegs im Nahen Osten.
Unterdessen wird für den Kern-VPI ein Anstieg von 2,7 % im März prognostiziert, nach 2,5 % zuvor. Jegliche Anzeichen einer heißeren Inflation in den USA könnten den Greenback gegenüber dem JPY kurzfristig stützen.
US-Präsident Donald Trump sagte am Donnerstag, er erwarte, dass der Iran den Bedingungen eines Waffenstillstands zustimmt, die seiner Ansicht nach vor den geplanten Verhandlungen an diesem Wochenende vereinbart wurden, und warnte, dass er bei Nichtbefolgung groß angelegte Angriffe auf das Land anordnen werde.
Das Ergebnis der richtungsweisenden Gespräche zwischen den USA und dem Iran am Samstag in Pakistan wird genau beobachtet werden. Die US-Delegation wird von Vizepräsident JD Vance, Sondergesandtem Steve Witkoff und Jared Kushner geleitet.
Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi erklärte am Freitag, dass die Regierung einen Plan prüft, ab Anfang Mai zusätzliche Ölreserven für etwa 20 Tage freizugeben. Dieser Schritt zielt darauf ab, die inländische Energieversorgung angesichts anhaltender Störungen im Schiffsverkehr in der Straße von Hormus zu stabilisieren.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.