Nach dem Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran sehen Analysten jetzt eine seltene Chance im Minensektor. Doch was steckt wirklich dahinter – und wo solltest du jetzt genau hinschauen?
Noch vor wenigen Wochen war die Lage bei Minenaktien extrem unsicher. UBS sprach sogar von einem „binären“ Szenario – alles hing davon ab, wie sich der Konflikt entwickelt. Jetzt ist klar: Der Waffenstillstand steht. Und genau das könnte der Wendepunkt sein.
Denn das größte Risiko ist damit vorerst vom Tisch: ein massiver Energiepreisschock. Hätte sich die Lage weiter zugespitzt, wären Öl- und Gaspreise explodiert – mit fatalen Folgen für die Nachfrage nach Industriemetallen. Genau dieses Szenario scheint jetzt abgewendet.
Entscheidend ist vor allem die Straße von Hormus. Wenn hier wieder alles normal läuft, könnten sich die Energiepreise stabilisieren. Und das ist der Schlüssel für den gesamten Rohstoffsektor.
UBS macht eine klare Ansage: Kupferaktien bieten aktuell das beste Chance-Risiko-Verhältnis im gesamten Minensektor. Und das hat einen einfachen Grund.
Seit Beginn des Konflikts sind viele Kupferwerte um rund 20 % gefallen. Für viele Anleger ein Warnsignal. Für UBS hingegen ist genau das die Gelegenheit.
Die Analysten sagen ganz klar: Die fundamentale Story von Kupfer ist nicht nur intakt – sie ist heute sogar stärker als zuvor.
Ein entscheidender Punkt ist die Angebotsseite. Die Kamoa-Kakula-Mine von Ivanhoe wird in den Jahren 2026 und 2027 rund 100.000 Tonnen weniger produzieren als geplant. Das verschärft die ohnehin angespannte Versorgungslage.
Gleichzeitig treiben mehrere Megatrends die Nachfrage weiter an. Die Unsicherheit bei Energiepreisen sorgt dafür, dass noch mehr Geld in erneuerbare Energien, Stromnetze und die Rückverlagerung von Produktion fließt. All das braucht eines: Kupfer.
Die Folge: Ein strukturell wachsender Markt trifft auf begrenztes Angebot. Genau das ist das perfekte Setup für steigende Preise.
UBS setzt dabei konkret auf First Quantum, Freeport-McMoRan, Anglo American und Teck.
Auch Goldaktien hat es erwischt. Ebenfalls rund 20 % Minus seit Beginn des Konflikts. Klingt nach Schnäppchen? Jein.
UBS sieht auch hier Chancen – aber mit Einschränkungen.
Der große Gewinnboom der letzten zwei Jahre könnte vorbei sein. Die Analysten warnen deutlich: Der starke Zyklus von Gewinnsteigerungen wird so nicht weitergehen. Im schlimmsten Fall könnte er sich sogar umkehren.
Trotzdem gibt es einen entscheidenden Faktor, der für Gold spricht: die Margen.
Bei Goldpreisen im Bereich von 4.000 US-Dollar je Unze und Produktionskosten unter 2.000 US-Dollar verdienen die großen Produzenten weiterhin extrem gut. Die Cashflows bleiben stark – und genau das macht die Bewertungen aktuell interessant.
UBS nennt hier klare Favoriten: Newmont, Endeavour, SSR Mining und Skeena. Dazu kommen mit Wheaton Precious Metals und Franco-Nevada zwei Streaming-Unternehmen, die oft stabiler durch Marktphasen kommen.
Während Kupfer und Gold gefallen sind, hat Aluminium eine ganz andere Richtung eingeschlagen.
Die Preise sind seit Beginn des Konflikts um rund 10 % gestiegen – und damit deutlich stärker als Kupfer. Der Grund: Schäden an wichtigen Schmelzanlagen im Nahen Osten.
Doch genau hier könnte die nächste Bewegung kommen.
UBS erwartet, dass ein Teil dieser Überperformance wieder verschwindet, wenn sich die Lage weiter beruhigt und die Transportwege normalisieren.
Aber: Ein kompletter Absturz ist unwahrscheinlich.
Denn die Angebotsprobleme bleiben. Störungen bei großen Produzenten wie EGA und Alba sorgen dafür, dass weniger Aluminium am Markt verfügbar ist. Das könnte mögliche Nachfrageschwächen mehr als ausgleichen.
Für Aktien wie Alcoa und Norsk Hydro bedeutet das: Kurzfristig Rücksetzer möglich – langfristig aber Rückenwind durch ein höheres Preisniveau.
Die aktuelle Situation ist ein klassisches Beispiel dafür, wie schnell sich Märkte drehen können. Vor wenigen Wochen noch Panik – jetzt plötzlich Chancen.
Vor allem Kupfer rückt dabei in den Mittelpunkt. Der Kursrückgang kombiniert mit starken Fundamentaldaten ist genau das Setup, das viele Investoren suchen.
Gold bleibt attraktiv, aber nicht mehr mit dem gleichen Rückenwind wie in den letzten Jahren. Hier musst du genauer hinschauen und selektiv vorgehen.
Aluminium bleibt der komplizierteste Fall. Chancen sind da – aber auch Unsicherheiten.
Wenn der Waffenstillstand hält und sich die Energiepreise stabilisieren, stehen die Chancen gut, dass wir im Minensektor eine neue Aufwärtsbewegung sehen.
Kupferaktien sind dabei die klaren Favoriten. Der Markt hat überreagiert – und genau daraus entstehen oft die besten Chancen.
Gold ist weiterhin interessant, aber nicht mehr der Selbstläufer der letzten Jahre.
Und Aluminium? Bleibt ein Spiel für Fortgeschrittene.
Jetzt entscheidet sich, wer die richtigen Aktien auswählt – und wer die nächste große Bewegung verpasst.