AUD/JPY gibt nach vier Verlusttagen leicht nach und notiert während der europäischen Handelszeit am Freitag um 112,50. Das Währungspaar bleibt gedämpft, da der Australische Dollar (AUD) nach der Veröffentlichung der chinesischen Verbraucherpreisindex-Daten (VPI) für März Verluste hält. Jede Veränderung in der chinesischen Wirtschaft würde den AUD beeinflussen, da beide Länder enge Handelspartner sind.
Der Verbraucherpreisindex Chinas stieg im März um 0,9 % gegenüber dem Vorjahr, nach 1,3 % im Februar und unter dem Konsens von 1,2 %. Im Monatsvergleich fiel der VPI um 0,7 % nach einem Anstieg von 1,0 % zuvor. Unterdessen stieg der Erzeugerpreisindex um 0,5 % gegenüber dem Vorjahr, nachdem er zuvor um 0,9 % gefallen war, und verzeichnete damit den ersten Anstieg seit September 2022, teilweise gestützt durch höhere Energiekosten aufgrund von Störungen in der Straße von Hormus.
Der Australische Dollar (AUD) sah sich Herausforderungen durch erneute Risikoaversion gegenüber, die durch die anhaltende Unsicherheit über den fragilen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran ausgelöst wurde. Erwartete diplomatische Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Islamabad an diesem Wochenende bleiben ungewiss, da am Freitag keine offizielle Bestätigung über die Ankunft der Delegierten vorlag.
Der Japanische Yen (JPY) könnte gegenüber wichtigen Währungen an Stärke gewinnen, da die Märkte eine mögliche Zinserhöhung der Bank of Japan (BoJ) im April aufgrund von inflationsbedingten Risiken durch Ölpreise einpreisen. Die Rendite der 10-jährigen japanischen Staatsanleihen stieg am Freitag auf nahe 2,4 %, nahe dem höchsten Stand seit 1998.
Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi erklärte, die Regierung erwäge, ab Anfang Mai etwa 20 Tage zusätzliche Ölreserven freizugeben, um die inländische Versorgung angesichts der anhaltenden Störungen im Schifffahrtsweg der Straße von Hormus zu stabilisieren.
Die Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ beschreiben die Risikobereitschaft der Anleger. In einer „Risk-on“-Phase sind Investoren bereit, in risikoreichere Anlagen zu investieren, während sie in einer „Risk-off“-Phase sicherere Anlagen bevorzugen.
In „Risk-on“-Phasen steigen die Aktienmärkte, und auch Rohstoffe – abgesehen von Gold – gewinnen an Wert, da sie von einem positiven Wachstumsausblick profitieren. Währungen von rohstoffexportierenden Ländern sowie Kryptowährungen legen zu. In „Risk-off“-Zeiten gewinnen Staatsanleihen an Wert, Gold steigt, und sichere Währungen wie der Japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar werden bevorzugt.
Währungen von rohstoffreichen Ländern wie Australien, Kanada und Neuseeland profitieren in Phasen der Risikobereitschaft („Risk-on“), da Rohstoffe in Zeiten wirtschaftlicher Expansion tendenziell im Preis steigen.
Die Währungen, die in Phasen von „Risk-off“-Stimmungen typischerweise an Wert gewinnen, sind der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert in Krisenzeiten von seiner Rolle als Weltreservewährung, da Investoren vermehrt US-Staatsanleihen kaufen, die als besonders sicher gelten. Dies liegt daran, dass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig wird. Der Yen verzeichnet durch die hohe Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen Zuwächse, da ein Großteil dieser Anleihen von inländischen Investoren gehalten wird, die selbst in Krisenzeiten kaum Verkaufsdruck erzeugen. Der Schweizer Franken wird aufgrund strenger Bankgesetze, die den Kapitalschutz verbessern, als sicherer Hafen betrachtet.