Der leitende Ökonom Alvin Liew von UOB hat die jüngsten Daten zur Industrieproduktion in Singapur analysiert und hält an der Wachstumsprognose für das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2026 von 3,6 Prozent fest, für 2027 werden weiterhin 2,0 Prozent erwartet. Die Bank verweist jedoch auf eine breit angelegte Schwäche der Industrieproduktion im Februar, trotz anhaltender Impulse aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz für die Elektronikbranche. Zugleich wird nun ein erhöhtes Abwärtsrisiko für die Wachstumsaussichten gesehen, insbesondere über die Kanäle Industrie und Handel.
"Die Industrieproduktion in Singapur schwächte sich im Februar stärker als erwartet ab und ging saisonbereinigt um -7,2 % gegenüber dem Vormonat zurück, was einem Rückgang von -0,1 % im Jahresvergleich entspricht, verglichen mit der Bloomberg-Konsensprognose und unserer eigenen Erwartung von -0,8 % im Monatsvergleich und +14,1 % im Jahresvergleich."
"Wir halten vorerst an unserer BIP-Wachstumsprognose für Singapur von 3,6 % für 2026 fest (2027: 2,0 %); allerdings gehen wir nun davon aus, dass die Risiken eher nach unten gerichtet sind."
"Zwar profitiert das Wirtschaftswachstum in Singapur Anfang 2026 weiterhin von der Dynamik im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz, doch könnten sich die Abwärtsrisiken verstärken, sollte der Konflikt zwischen den USA/Israel und Iran länger andauern (über ein Quartal hinaus). Dies würde vor allem den Industriesektor (rund 21 % des BIP) deutlich belasten und negative Auswirkungen auf den Großhandel (rund 13 % des BIP) sowie den Bereich Transport und Lagerung (rund 6 % des BIP) haben."
"Die externe Nachfrage könnte durch eine schwächere Stimmung und Störungen in den Lieferketten gedämpft werden, was wiederum die Exporte Singapurs belasten würde."