Das Währungspaar EUR/GBP hält im frühen europäischen Handel am Dienstag positive Werte um 0,8725. Das Pfund Sterling (GBP) schwächt sich gegenüber dem Euro (EUR) angesichts politischer Unsicherheiten im Vereinigten Königreich und wachsender Erwartungen an eine Zinssenkung der Bank of England (BoE). Die vorläufige Lesung des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) aus der Eurozone wird später am Dienstag im Fokus stehen.
Die inländische politische Unsicherheit übt einen gewissen Verkaufsdruck auf das Pfund Sterling aus. Eine wegweisende Niederlage der Labour-Partei bei der Nachwahl in Gorton und Denton wirft Fragen zur Führung von Premierminister Keir Starmer auf.
Darüber hinaus werden Händler potenzielle Zinssenkungen genau beobachten. Während BoE-Gouverneur Andrew Bailey kürzlich nicht bereit war, sich zu einer bevorstehenden Zinssenkung im März zu verpflichten, bleibt das GBP empfindlich gegenüber jeglichen Signalen einer geldpolitischen Lockerung. Die nächste Sitzung der BoE-Politik ist für den 19. März angesetzt.
Analysten erwarten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen bis mindestens Mitte 2026 unverändert lässt. Ein Anstieg der Ölpreise hat jedoch einige Politiker dazu veranlasst, zu suggerieren, dass die Zentralbank bereit sein sollte, die Zinsen in beide Richtungen zu bewegen, falls die wirtschaftliche Unsicherheit anhält.
Der EZB-Politiker Martin Kocher sagte am Montag, dass die Zentralbank bereit sein sollte, die Zinsen "schnell in beide Richtungen" zu bewegen, wenn neue wirtschaftliche Bedrohungen auftauchen, was auf eine Abkehr von einem vorbestimmten Kurs hinweist.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.