Der Standard-Chartered-Ökonom Christopher Graham weist darauf hin, dass das Europäische Parlament die Ratifizierung des EU-US-Handelsabkommens ausgesetzt hat, um Klarheit über neue US-Zölle zu erhalten. Der Bericht betont die Unsicherheit nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA zu IEEPA-Zöllen sowie den neuen Section-122-Maßnahmen von Präsident Trump. Mögliche Änderungen bei Stahlzöllen und sektoralen Ausnahmen stehen dabei besonders im Fokus Europas.
„Das Europäische Parlament hat die Ratifizierung des EU-US-Handelsabkommens ausgesetzt, da es Klarheit über die Zölle abwartet. Die Hauptsorgen der EU betreffen den Zeitplan und die Möglichkeit weiterer Section-232- und Section-301-Zölle. Das Europäische Parlament strebt längerfristige Klarheit an; Änderungen bei den Stahlzöllen könnten hierbei hilfreich sein. Europa wird die Lage nicht eskalieren wollen, hofft jedoch, mehr Einfluss bei sektoralen Ausnahmen zu gewinnen.“
„Das Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA vom 20. Februar, mit dem IEEPA-Zölle aufgehoben wurden, hat in Europa Unsicherheit darüber ausgelöst, ob das bereits bestehende Handelsabkommen der EU weiterhin gilt und welche künftigen Zölle noch möglich sind.“
„Präsident Trump hat neue Zölle in Höhe von 10 Prozent auf alle Handelspartner gemäß Section 122 angekündigt – die bald auf 15 Prozent steigen könnten. Zugleich hat das Weiße Haus erklärt, dass rechtlich bindende Vereinbarungen weiterhin eingehalten würden.“
„Unter europäischen Entscheidungsträgern besteht Unsicherheit darüber, was dies in der Praxis bedeutet. Der Handelsausschuss des Europäischen Parlaments hat den Ratifizierungsprozess für das im vergangenen Jahr ausgehandelte EU-US-Handelsabkommen vorläufig gestoppt, bis hierzu weitere Klarheit besteht (einschließlich einer Senkung der Zölle auf US-Industriegüterimporte).“
„Der EU-Handelskommissar Maros Sefcovic erklärte jedoch inzwischen, dass das Abkommen im März ratifiziert werden könnte, sobald größere Rechtssicherheit besteht.“