EUR/JPY beendet seine vier Tage andauernde Verlustserie und handelt am Freitag während der asiatischen Handelsstunden um 181,90. Die Trader warten auf die vorläufige Schätzung des vierten Quartals des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Eurozone, die später am Tag erwartet wird und bei 0,3% gegenüber dem Vorquartal (QoQ) und 1,3% gegenüber dem Vorjahr (YoY) liegen soll.
Das Währungspaar EUR/JPY erholte sich von dem zweimonatigen Tief von 180,81 aus der vorherigen Sitzung, bleibt jedoch auf Kurs für einen wöchentlichen Verlust von über 2%, den schlechtesten seit einem Jahr. Dennoch könnte das Währungspaar seine Verluste ausweiten, da der japanische Yen (JPY) Unterstützung von den Erwartungen erhält, dass die fiskalischen Expansionspläne von Premierministerin Sanae Takaichi das Wachstum ankurbeln, ohne zusätzliche Belastungen für die öffentlichen Finanzen zu verursachen. Takaichis deutlicher Wahlsieg verringerte die politische Unsicherheit und sicherte ein Mandat für höhere Ausgaben und gezielte Steuersenkungen. Sie versicherte den Märkten, dass die zweijährige Senkung der Lebensmittelumsatzsteuer keine zusätzlichen Anleihenemissionen erfordere, sondern durch Subventionen, spezielle Steuermaßnahmen und nichtsteuerliche Einnahmen finanziert werde.
Japans Finanzministerin Satsuki Katayama sagte am Freitag, dass sich die Märkte nach der ersten Reaktion auf die Pläne zur Senkung der Verbrauchsteuer auf Lebensmittel stabilisiert haben. Katayama fügte hinzu, dass das Verhältnis von Schulden zu Bruttoinlandsprodukt in Japan voraussichtlich weiter sinken wird.
Das Vorstandsmitglied der BoJ, Naoki Tamura, sagte am Freitag, dass die geldpolitischen Bedingungen auch bei zusätzlichen Zinserhöhungen weiterhin expansiv bleiben würden. Tamura wies darauf hin, dass die Zentralbank die eingehenden Daten sorgfältig bewertet, um einen reibungslosen Weg zu ihrem Inflationsziel sicherzustellen. Während die Verbraucherpreisinflation sich stabilisiert, betonte er die Wachsamkeit hinsichtlich der Preisprognosen angesichts des erneuten Abwärtstrends des Yen.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.