EUR/CAD bleibt im negativen Bereich, nachdem es in der vorherigen Sitzung moderate Verluste verzeichnete und während der europäischen Handelsstunden am Donnerstag um 1,6160 gehandelt wurde. Der Rückgang des Währungspaares könnte begrenzt sein, da der rohstoffgebundene kanadische Dollar (CAD) aufgrund niedrigerer Ölpreise Herausforderungen gegenüberstehen könnte, angesichts Kanadas Status als größter Rohöl-Exporteur in die Vereinigten Staaten (US).
Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Öl sinkt leicht nach vier Tagen der Gewinne und wird zum Zeitpunkt des Schreibens bei etwa 60,40 $ pro Barrel gehandelt. Die Ölpreise haben Schwierigkeiten, da die Angebotsrisiken durch Überangebotsbedenken ausgeglichen werden, während die Internationale Energieagentur (IEA) erneut betont, dass das globale Angebot in diesem Jahr die Nachfrage erheblich übersteigen wird, trotz einer moderaten Anhebung des Nachfragewachstums. Branchendaten zeigten auch, dass die Rohölbestände der Vereinigten Staaten (US) in der vergangenen Woche um etwa 3 Millionen Barrel gestiegen sind.
Händler werden voraussichtlich die monatlichen Einzelhandelsumsatzdaten Kanadas am Freitag beobachten, mit Erwartungen eines Anstiegs um 1,2 % im November nach einem Rückgang um 0,2 % im Oktober. In der Zwischenzeit könnten die Einzelhandelsumsätze ohne Autos um 1,4 % steigen, im Gegensatz zu einem Rückgang von 0,6 %.
Das EUR/CAD-Paar könnte an Boden gewinnen, da der Euro (EUR) an Wert gewinnen könnte, während die Bedenken über den Zollkrieg zwischen den Vereinigten Staaten (US) und der Europäischen Union (EU) nachlassen. US-Präsident Donald Trump sagte, er würde von der Verhängung von Zöllen auf Waren aus europäischen Ländern, die sich gegen seinen Versuch wenden, Grönland zu übernehmen, Abstand nehmen.
Präsident Trump bemerkte auch, dass die Vereinigten Staaten und die Nordatlantikpakt-Organisation (NATO) "den Rahmen für einen zukünftigen Deal bezüglich Grönland gebildet haben." Er umreißte jedoch nicht die Parameter des sogenannten Rahmens, und es blieb unklar, was die Vereinbarung beinhalten würde.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.