Die Dow Jones-Futures geben leicht um 0,04% auf rund 51.650 nach, während die S&P 500-Futures um 0,64% auf rund 7.550 fallen. Die Nasdaq 100-Futures stürzen um 1,23 ab und notieren während der europäischen Handelszeit am Freitag nahe 30.110, vor der regulären US-Eröffnung.
Die US-Aktienfutures sanken angesichts der anhaltenden Unsicherheit im Nahen Osten, die Inflationsrisiken und Zinsbedenken in den Fokus rückte. Präsident Donald Trump erklärte, die Friedensverhandlungen näherten sich der Endphase, und er sei Berichten zufolge zurückhaltend, einen umfassenden Krieg mit Iran trotz jüngster Spannungen wieder aufzunehmen.
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi hingegen sagte, es habe keine bedeutenden Fortschritte in den Gesprächen gegeben. Die vom Iran unterstützte Hisbollah lehnte zudem einen von den USA vermittelten Waffenstillstandsvorschlag zwischen Israel und Libanon ab, was Zweifel an den Bemühungen zur Deeskalation der regionalen Feindseligkeiten verstärkte. Der anhaltende Konflikt und die fortgesetzten Störungen der Energieflüsse durch die Straße von Hormus hielten die Ölpreise auf hohem Niveau, was die Sorgen über Inflation und das Risiko höherer Zinsen verstärkte.
Händler zeigen sich zudem vorsichtig im Vorfeld des bevorstehenden US Nonfarm Payrolls (NFP)-Berichts, um eine neue Richtung abzuwarten. Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass die US-Wirtschaft im Mai 85.000 Arbeitsplätze geschaffen hat, während die Arbeitslosenquote voraussichtlich stabil bei 4,3% bleibt. Positive Überraschungen oder Anzeichen weiterer Stärke am Arbeitsmarkt könnten Händler dazu veranlassen, darauf zu setzen, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinsen länger hoch hält.
Während der US-Handelssitzung am Donnerstag erreichte der Dow Jones einen historischen Meilenstein und stieg um 1,73% auf ein neues Rekordhoch, gestützt durch starke Gewinne im Finanz- und Gesundheitssektor. Der S&P 500 zog mit einem moderaten Anstieg von 0,41% nach. Im Gegensatz dazu hinkte der Technologiesektor hinterher, wobei der Nasdaq 100 um 0,09% nachgab, da eine enttäuschende Prognose von Broadcom die KI-bezogenen Aktien belastete.
Der Dow Jones Industrial Average, einer der ältesten Aktienindizes der Welt, setzt sich aus 30 der am häufigsten gehandelten US-Unternehmen zusammen. Er ist kursgewichtet, was ihm Kritik einbrachte, da er weniger repräsentativ ist als breitere Indizes wie der S&P 500.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) wird von vielen Faktoren beeinflusst. Haupttreiber sind die Unternehmensgewinne, die in den Quartalsberichten der im Index vertretenen Unternehmen offengelegt werden. Auch makroökonomische Daten aus den USA und weltweit tragen zur Anlegerstimmung bei. Zinssätze, die von der Federal Reserve festgelegt werden, haben ebenfalls Einfluss auf den DJIA, da sie die Kreditkosten beeinflussen, auf die viele Unternehmen stark angewiesen sind.
Die Dow-Theorie, entwickelt von Charles Dow, ist eine Methodik zur Identifizierung von Markttrends. Dabei wird die Richtung des Dow Jones Industrial Average (DJIA) und des Dow Jones Transportation Average (DJTA) verglichen. Beide Indizes müssen in dieselbe Richtung tendieren, um einen Trend zu bestätigen. Die Theorie unterscheidet drei Phasen: Akkumulation, öffentliche Teilnahme und Distribution.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) kann auf verschiedene Weise gehandelt werden. Eine Möglichkeit sind börsengehandelte Fonds (ETFs), die es Anlegern ermöglichen, den DJIA als einzelnes Wertpapier zu handeln, ohne Aktien aller 30 im Index enthaltenen Unternehmen zu kaufen. Ein bekanntes Beispiel ist der SPDR Dow Jones Industrial Average ETF (DIA). DJIA-Futures-Kontrakte ermöglichen es Händlern, auf den zukünftigen Wert des Index zu spekulieren, während Optionen das Recht bieten, den Index zu einem festgelegten Preis in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen. Investmentfonds bieten eine diversifizierte Anlagemöglichkeit, indem sie ein Portfolio von DJIA-Aktien abbilden.