Der US Supreme Court (SC) gab am Freitagmorgen ein Urteil bekannt, in dem erklärt wurde, dass die umfassende Anwendung eines veralteten Handelsgesetzes durch Präsident Donald Trump zur Erhebung von Zöllen unter weit gefassten "nationalen Sicherheits"-Ansprüchen im Großen und Ganzen rechtswidrig war. Die Trump-Administration muss nun von vorne anfangen, um einen neuen rechtlichen Präzedenzfall zu finden, der eine breite Anwendung von Zollerhebungen als Verhandlungstaktik und nicht als durchdachte wirtschaftliche Strategie ermöglicht.
Die Entscheidung des Supreme Court ging nicht direkt auf Rückerstattungen von Zöllen ein, die seit dem Beginn von Trumps umfassenden "Befreiungstag"-Zöllen, die Anfang 2025 angekündigt wurden, erhoben wurden; der rechtliche Fortschritt wird weiterhin voranschreiten, während die Trump-Administration nach einem Weg sucht, Zölle mit alternativen Begründungen erneut zu erheben und auch einen Weg zu finden, um Rückzahlungen von Zollgebühren zu vermeiden.
Der US-Dollar fiel nach der Nachricht um ein Viertel Prozent und drückte den US-Dollar-Index (DXY) am Freitag auf neue Tiefststände unter 97,75.

Obwohl sowohl Zölle als auch Steuern staatliche Einnahmen generieren, die zur Finanzierung öffentlicher Güter und Dienstleistungen verwendet werden, gibt es einige wesentliche Unterschiede. Zölle werden im Voraus bei der Einfuhr am Hafen entrichtet, während Steuern beim Kaufzeitpunkt bezahlt werden. Steuern werden Einzelpersonen und Unternehmen auferlegt, während Zölle von Importeuren gezahlt werden.
Unter Wirtschaftswissenschaftlern gibt es zwei unterschiedliche Sichtweisen auf die Nutzung von Zöllen. Einige argumentieren, dass Zölle notwendig sind, um heimische Industrien zu schützen und Handelsungleichgewichte auszugleichen. Andere sehen Zölle als schädliches Instrument an, da sie langfristig die Preise in die Höhe treiben könnten und durch sogenannte „Auge-um-Auge-Zölle“ einen schädlichen Handelskrieg auslösen könnten.
Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im November 2024 hat Donald Trump deutlich gemacht, dass er Zölle einsetzen will, um die US-Wirtschaft und amerikanische Produzenten zu unterstützen. Im Jahr 2024 machten Mexiko, China und Kanada 42 % der gesamten US-Importe aus. Laut dem US Census Bureau war Mexiko in diesem Zeitraum mit Exporten im Wert von 466,6 Milliarden US-Dollar der wichtigste Handelspartner. Daher plant Trump, sich bei der Verhängung von Zöllen auf diese drei Länder zu konzentrieren. Außerdem möchte er die durch Zölle generierten Einnahmen nutzen, um die Einkommensteuer für Privatpersonen zu senken.