Ethereum (ETH) notiert am Montag unter der Marke von 1.600 US-Dollar, nachdem die anhaltende Risikoaversion den Kryptomarkt weiter belastet. Die größte Altcoin hat auf Wochensicht 6,7 Prozent verloren und weitet damit ihr Minus der vergangenen 30 Tage auf 23,5 Prozent aus.
Trotz der anhaltend negativen Marktstimmung hat sich die bärische Positionierung an den Ethereum-Derivatemärkten in den vergangenen drei Wochen etwas abgeschwächt. Dies folgt auf den deutlichen Rückgang von ETH von mehr als 2.000 US-Dollar auf zuletzt rund 1.560 US-Dollar.
Sichtbar wird dies am Ethereum Net Taker Volume, das sich in diesem Zeitraum schrittweise aus dem negativen Bereich herausbewegt hat. Die Kennzahl misst die Differenz des Handelsvolumens zwischen Käufern und Verkäufern bei Perpetual-Futures, die über Market-Orders ausgeführt werden.
Der jüngste Rückgang deutet darauf hin, dass der Druck durch Short-Händler nachgelassen hat, nachdem ein Großteil ihrer Positionen infolge des Kursrückgangs profitabel geworden war.
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ETH Net Taker Volume. Quelle: CryptoQuant
Auch die Ethereum-Futures scheinen sich teilweise bereinigt zu haben, nachdem die Estimated Leverage Ratio (ELR) in den vergangenen drei Wochen von 1,11 auf 0,85 gefallen ist. Die ELR gibt Aufschluss über den Einsatz von Hebeln, indem sie das Open Interest ins Verhältnis zu den Reserven der Börsen setzt.
Der deutliche Rückgang der ELR zeigt, dass zahlreiche gehebelte Positionen aus dem Markt gedrängt wurden. Das könnte zur Stabilisierung des Marktes beitragen und das Risiko durch übermäßigen Leverage verringern.
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Ethereum Estimated Leverage Ratio. Quelle: CryptoQuant
Obwohl sowohl der Leverage als auch die bärische Positionierung zurückgegangen sind, bleibt der Derivatemarkt für Ethereum leicht negativ ausgerichtet. Darauf deuten weiterhin negative Finanzierungssätze hin, insbesondere nach den zusätzlichen Kursverlusten der vergangenen Tage.
Unterdessen bleibt das Interesse institutioneller Anleger verhalten. Nach Daten von SoSoValue verzeichneten US-Spot-ETFs auf Ethereum sechs Handelstage in Folge Nettoabflüsse. Damit steuern die Produkte auf die siebte Woche mit Abflüssen in Folge sowie den stärksten wöchentlichen Mittelabzug seit Januar zu.
Ein wichtiges Kursniveau bleibt für Anleger das sogenannte Realized Price Lower Band, das in den beiden vergangenen Bärenmärkten als Bodenindikator diente. Die Kennzahl deutet darauf hin, dass Ethereum vor einer Bodenbildung noch um nahezu 30 Prozent nachgeben könnte.
Im Wochenchart bleibt der kurzfristige Ausblick für Ethereum negativ, da der Kurs weiterhin unter wichtigen exponentiell gleitenden Durchschnitten (EMAs) notiert. Der 7-Wochen-EMA bei rund 1.817 US-Dollar sowie der 20-Wochen-EMA nahe 2.118 US-Dollar liegen deutlich über dem aktuellen Kurs und unterstreichen ebenso wie der 50-Wochen-EMA bei etwa 2.525 US-Dollar den bestehenden Abwärtstrend.
Die Momentum-Indikatoren befinden sich inzwischen tief im überverkauften Bereich. Der 14-Wochen-Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei rund 30, während der Stochastik-Oszillator unter 10 notiert. Das spricht dafür, dass die Verkäufer weiterhin die Kontrolle behalten, sich das Tempo des Kursrückgangs jedoch allmählich abschwächen könnte.
Ethereum testete in dieser Woche die Unterstützung bei 1.524 US-Dollar, nachdem der Kurs an der Kombination aus einer fallenden Trendlinie und dem Widerstand bei 1.741 US-Dollar gescheitert war.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand an der fallenden Trendlinie. Weitere Hürden folgen bei 1.741, 1.806 und am 7-Wochen-EMA. Darüber rücken die Marken von 1.909 und 2.019 US-Dollar sowie die horizontalen Widerstände bei 2.108 und 2.211 US-Dollar in den Fokus.
ETH/USDT-Wochenchart
Auf der Unterseite stellt die Marke von 1.524 US-Dollar die erste Unterstützung dar. Darunter folgt ein weiteres Auffangniveau bei 1.404 US-Dollar. Sollte sich die Abwärtsbewegung fortsetzen, rückt die bedeutendere Unterstützung im Bereich von 1.156 US-Dollar in den Blick.