TradingKey – Im asiatischen Handel am 2. September zogen die internationalen Ölpreise kräftig an, wobei WTI-Rohöl (USOIL) die Marke von 90 US-Dollar zurückeroberte und Brent-Rohöl (UKOIL) über 95 US-Dollar stieg und ein Hoch von 97,04 US-Dollar erreichte. Unterdessen setzten die Goldpreise (XAUUSD) ihren Rückgang fort, wobei Spot-Gold auf rund 4.300 US-Dollar fiel. Die weitere Eskalation des US-iranischen Konflikts trieb die Energiepreise sowie die globalen Anleiherenditen nach oben und wurde zum Haupttreiber am Rohstoffmarkt.

Tageschart des WTI-Rohölpreises, Quelle: TradingView
An der Rohölfront schürte eine neue Welle von US-Luftangriffen auf iranische Ziele erneut Sorgen am Markt über Störungen der Öltransporte durch die Straße von Hormus. Zuvor waren beim Verlassen der Straße von Hormus zwei Öltanker angegriffen worden, während der Iran davor warnte, Ölexporte aus der Golfregion zu blockieren. Angebotsrisiken trieben die Ölpreise rasch nach oben: WTI-Rohöl stieg am Dienstag um 5,09 % und schloss bei 90,69 US-Dollar, während Brent-Rohöl um 4,98 % auf 95,20 US-Dollar pro Barrel zulegte. Beide erreichten damit jeweils den höchsten Schlussstand seit fünf Wochen.
Analysten wiesen darauf hin, dass das globale Rohölangebot unter noch größeren Druck geraten könnte, falls sich der militärische Konflikt zwischen den USA und dem Iran weiter ausweitet und die Schifffahrt in der Straße von Hormus weiter beeinträchtigt.
Der rasche Anstieg der Ölpreise verstärkte die Sorgen am Markt über ein Wiederaufleben der Inflation und trieb die Renditen von US-Staatsanleihen sowie den US-Dollar nach oben. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen stieg auf rund 4,8 %, was die Markterwartungen hinsichtlich einer Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve im September weiter anheizte. Derzeit signalisieren Zinsfutures eine Wahrscheinlichkeit von etwa 67 % für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September. Da sowohl die Renditen als auch der US-Dollar im Gleichschritt zulegten, blieb das unverzinsliche Gold unter Druck.