Der Goldpreis (XAU/USD) fällt am Mittwoch im frühen asiatischen Handel auf nahe ein Zwei-Wochen-Tief bei rund 4.330 USD. Das Edelmetall steht angesichts höherer Treasury-Renditen und eines stärkeren US-Dollars (USD) unter Verkaufsdruck.
Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen in der vorangegangenen Sitzung auf den höchsten Stand seit Januar 2025, da sich die Spannungen im Nahen Osten verschärften, Inflationssorgen schürten und einen weltweiten Ausverkauf von Anleihen auslösten. Bloomberg berichtete, dass die USA und der Iran am Dienstag eine neue Angriffsrunde ausgetauscht hätten, wobei amerikanische Streitkräfte iranische Ziele rund um die Straße von Hormus angegriffen hätten und Teheran erklärte, eine Vergeltungsoperation gegen US-Interessen in der gesamten Region gestartet zu haben.
Es ist erwähnenswert, dass steigende Zinssätze und höhere Renditen auf Treasuries Gold in der Regel belasten, da sie die Opportunitätskosten des Haltens des nicht renditeträchtigen Vermögenswerts erhöhen.
"Wir sehen etwas technischen Verkaufsdruck... die Anleiherenditen weltweit liegen auf Niveaus, die seit Jahren nicht mehr gesehen wurden. All das belastet den Goldmarkt," sagte Jim Wyckoff, Marktanalyst bei American Gold Exchange.
Zusätzlich könnten hawkische Äußerungen von Federal Reserve (Fed)-Chef Kevin Warsh auf dem Jackson-Hole-Symposium zum Abwärtsdruck auf das gelbe Metall beitragen. Warsh warnte in der vergangenen Woche, dass die Entscheidungsträger die Geldpolitik erneut straffen müssten, falls sich die Inflation nicht überzeugend in Richtung 2% bewegt. Händler erhöhen nach Warshs Äußerungen ihre Wetten auf eine Zinserhöhung im September.
Die Aufmerksamkeit wird sich auf die US-Arbeitsmarktdaten für August richten, die später am Freitag veröffentlicht werden. Dieser Bericht könnte einige Hinweise darauf liefern, ob die Fed die Zinsen im September anhebt. Jegliche Anzeichen einer Abschwächung des US-Arbeitsmarktes könnten den Greenback nach unten ziehen und den auf USD lautenden Rohstoffpreis kurzfristig stützen.
Laut TD Securities schlug Fed-Chef Warsh in seiner Jackson-Hole-Rede „einen hawkisheren Ton an, als er die Inflationssorgen anerkannte.“ Analysten der Bank weisen darauf hin, dass die Positionierung in Gold trotz dieser Verschiebung in der Rhetorik widerstandsfähig geblieben ist, da Anleger die erneute Fokussierung auf die Inflation und mögliche künftige geldpolitische Straffungen offenbar ausblenden.
Auf dem Tages-Chart bleibt XAU/USD bärisch, da der Kassakurs unter dem 100-Tage-Simple Moving Average (SMA) und dem mittleren Band der Bollinger Bänder auf 20-Tage-Basis verharrt, was darauf hindeutet, dass Erholungen durch diese überlappenden dynamischen Barrieren begrenzt werden. Der Relative Strength Index (RSI) bei 46,28 liegt knapp unter seiner neutralen Mitte und deutet auf nachlassendes Abwärtsmomentum hin, signalisiert jedoch noch keine überzeugende Erholung.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim 100-Tage-SMA bei rund 4.365 Dollar, gefolgt vom mittleren Bollinger-Band bei etwa 4.445 Dollar, während eine stärkere bullische Ausdehnung das obere Bollinger-Band bei 4.695 Dollar anvisieren würde. Auf der Unterseite bietet das untere Bollinger-Band bei 4.192 Dollar die nächste bemerkenswerte Unterstützungszone, und ein Tagesschluss darunter würde den Weg für eine tiefere Korrekturbewegung in Richtung niedrigerer psychologischer Marken öffnen.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.