Die Gemeinschaftswährung gibt leicht nach und wird durch den 200-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 1,1633 gedeckelt, während die geopolitischen Spannungen und die eskalierenden Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran zunehmen und Anleger dazu veranlassen, den US-Dollar zu kaufen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts handelt EUR/USD bei 1,1590 und liegt damit 0,25% im Minus.
EUR/USD fällt unter den 200-Tage-SMA in Richtung des 100-Tage-SMA bei 1,1569, dem ersten Unterstützungsbereich. Der Relative Strength Index (RSI) liegt über 50, bullisch, tendiert jedoch nach unten, ein Signal dafür, dass die Verkäufer an Stärke gewinnen.
Für eine bärische Fortsetzung muss EUR/USD den 100-Tage-SMA unterschreiten. Dadurch würde das Tief vom 13. August bei 1,1511 freigelegt, gefolgt vom 50-Tage-SMA bei 1,1494. Darunter liegt die nächste Unterstützung bei der psychologischen Marke von 1,1400, bevor der Trend wieder zu tieferen Hochs und tieferen Tiefs übergeht.
Käufer müssen das Paar über den 200-Tage-SMA und damit vor die psychologische Marke von 1,1700 drücken. Ein entscheidender Ausbruch würde das Hoch vom 6. Mai bei 1,1796 freilegen.

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.