Der Goldpreis (XAU/USD) gewinnt am Freitag im frühen asiatischen Handel an Schwung und steigt auf rund 4.110 USD. Das Edelmetall legt zu, da Händler ihre Wetten auf Zinserhöhungen zurückfahren, einen Tag nachdem Fed-Chef Kevin Warsh nur wenig Klarheit über die Geldpolitik geschaffen hatte.
Am Mittwoch beschloss die US-Notenbank, die Zinssätze in ihrer aktuellen Zielspanne zwischen 3,50% und 3,75% unverändert zu lassen. Während der Pressekonferenz bekräftigte Warsh sein unerschütterliches Engagement, die Inflation zu senken, eine Botschaft, die die Märkte darüber im Unklaren ließ, was genau er zu tun bereit war.
Es ist erwähnenswert, dass Gold oft als Absicherung gegen Inflation verwendet wird, jedoch keine Zinsen abwirft und daher bei hohen Zinssätzen weniger attraktiv ist.
Die Märkte preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von nahezu 63,4% für eine Zinserhöhung der USA im September ein, nach etwa 77% vor der Fed-Sitzung im Juli, wie das CME FedWatch Tool zeigt.
Dennoch könnten anhaltende Spannungen im Nahen Osten das Aufwärtspotenzial für das gelbe Metall begrenzen, da sie die Rohölpreise nach oben treiben und die Zentralbanken dazu veranlassen könnten, die Zinsen länger auf erhöhtem Niveau zu belassen.
Bloomberg berichtete, dass die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) erklärt hätten, sie hätten nach US-Luftangriffen US-Stützpunkte in Kuwait, Jordanien und Bahrain ins Visier genommen. Das iranische Militär fügte hinzu, dass die Straße von Hormus geschlossen bleiben werde und dass der "Aggressor bestraft wird."
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.