Gold (XAU/USD) zieht nach den starken Kursausschlägen des Vortags neue Verkäufer an und fällt während der asiatischen Sitzung am Mittwoch wieder unter die psychologische Marke von 4.000 USD. Dies markiert die dritte negative Handelssession in Folge und hält das Edelmetall in Schlagdistanz zu seinem niedrigsten Stand seit November 2025, der am Dienstag erreicht wurde. Zudem untermauert ein bullischer US-Dollar (USD), gestützt durch Unsicherheit über die US-Iran-Gespräche und Fed-Zinserhöhungserwartungen, die Aussicht auf eine weitere kurzfristige Abwertung des Goldes.
Die US-Verhandler Jared Kushner und Steve Witkoff trafen am Dienstag in Katar ein, um über die Umsetzung eines ersten Abkommens zur Beendigung des Krieges im Iran zu sprechen. Teheran hat jedoch jegliche geplante Treffen mit US-Gesandten dementiert, was die Aussichten auf ein dauerhaftes Friedensabkommen zwischen den beiden Ländern trübt und die geopolitische Risikoprämie aufrechterhält. Zudem beleben Spannungen um die strategisch wichtige Straße von Hormus Inflationsängste, die zusammen mit einem weiterhin robusten US-Arbeitsmarkt hawkische Fed-Erwartungen stützen und als Rückenwind für den sicheren Hafen Greenback wirken.
Die US-Job Openings and Labor Turnover Survey (JOLTS) zeigte am Dienstag, dass die Zahl der offenen Stellen im Mai auf 7,594 Millionen stieg, ein Zweijahreshoch. Hinzu kommt, dass der US-Verbrauchervertrauensindex des Conference Board im Juni auf 91,2 von 90,6 im Mai anstieg. Darüber hinaus erklärte die Präsidentin der Cleveland Fed, Beth Hammack, dass es weiterhin möglich sei, dass sie höhere Zinsen befürworten werde, falls der Inflationsdruck nicht nachlasse. Laut dem FedWatch Tool der CME Group sehen Händler eine über 80-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed bis Ende dieses Jahres.
Die Aussichten sprechen für die USD-Bullen, was wiederum die kurzfristig negative Perspektive für den Goldpreis bestätigt. Die Händler scheinen jedoch zögerlich, aggressive Wetten einzugehen, und bevorzugen es, auf den Auftritt von Fed-Chef Kevin Warsh beim Forum der Europäischen Zentralbank (EZB) in Sintra zu warten. Darüber hinaus sollte der US-Wirtschaftskalender am Mittwoch – mit dem ADP-Bericht zur Beschäftigung im privaten Sektor und dem ISM Manufacturing PMI – dem Greenback und dem XAU/USD-Paar im Verlauf der nordamerikanischen Sitzung neuen Schwung verleihen.
Der Markt wird sich dann auf die Veröffentlichung der monatlichen US-Arbeitsmarktdaten – bekannt als Nonfarm Payrolls (NFP) Bericht am Donnerstag – konzentrieren. Dennoch deutet der oben beschriebene fundamentale Hintergrund darauf hin, dass der Weg des geringsten Widerstands für Gold weiterhin nach unten zeigt. Daher ist es wahrscheinlicher, dass jede Erholung verkauft wird und begrenzt bleibt.
Aus technischer Sicht hält sich das Edelmetall deutlich unter dem einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA) der 100-Perioden im 4-Stunden-Chart und behält einen kurzfristig bärischen Ton bei. Der Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Indikator bewegt sich knapp unter der Signallinie im negativen Bereich, und der Relative Strength Index (RSI) nähert sich der 40er-Linie. Die Momentum-Indikatoren deuten zusammen darauf hin, dass Aufwärtsversuche vorerst begrenzt bleiben dürften.
Auf der Oberseite definiert der 100-Perioden-SMA bei 4.161,80 USD den unmittelbaren Widerstand, und ein nachhaltiger Ausbruch über diese Barriere wäre erforderlich, um die aktuelle Abwärtsneigung zu mildern. Auf der Unterseite könnte die Marke von 3.985,60 USD als erste Unterstützung dienen, und ein klarer Rückfall unter diesen Bereich würde weitere Schwäche in der breiteren Konsolidierung offenbaren.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.