West Texas Intermediate (WTI) – der Benchmark-Preis für US-Rohöl – stoppt den Rückgang des Vortages und konsolidiert im asiatischen Handel am Dienstag um die Marke von 74,00 USD/Barrel. Gleichzeitig bleibt der Rohstoff in Schlagdistanz zum niedrigsten Stand seit März, der letzten Donnerstag erreicht wurde, angesichts von Anzeichen für Fortschritte bei den US-iranischen Friedensgesprächen.
Die Vermittler – Katar und Pakistan – erklärten am Montag, dass die erste Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran – mit dem Ziel, eine umfassende Vereinbarung zur Beendigung des andauernden Konflikts zu erreichen – mit ermutigenden Fortschritten abgeschlossen wurde. Beide Seiten haben sich auf einen Fahrplan geeinigt, um innerhalb von 60 Tagen eine endgültige Einigung zu erzielen, teilten die beiden vermittelnden Länder in einer gemeinsamen Erklärung nach Gesprächen in der Schweiz mit.
Die jüngsten Entwicklungen tragen dazu bei, die Befürchtungen eines Scheiterns des diplomatischen Prozesses zu verringern, insbesondere nachdem der Iran am Samstag erneut die Straße von Hormus geschlossen hatte und US-Präsident Donald Trump mit neuen militärischen Maßnahmen gegen den Iran drohte. Darüber hinaus kündigte das US-Finanzministerium eine vorübergehende Lockerung der Sanktionen für iranische Rohölexporte an, was als Gegenwind für die Rohölpreise wirkt.
Die Händler bleiben jedoch skeptisch hinsichtlich der Nachhaltigkeit des Waffenstillstands angesichts erheblicher Meinungsverschiedenheiten über die strategische Wasserstraße, das iranische Atomprogramm und eingefrorene iranische Gelder. Dies hält die geopolitische Risikoprämie aufrecht, die dem schwarzen Gold hilft, den technisch bedeutenden 200-Tage-Simple Moving Average (SMA) um die Marke von 73,00 USD zu verteidigen, und mahnt bärische Händler zur Vorsicht.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.