Goldpreis Prognose: Warum Gold jetzt plötzlich explodiert – und was Anleger jetzt wissen müssen

Quelle Fxstreet

Der Goldpreis ist wieder da. Und zwar mit einem Knall.

Nach Tagen voller Druck, schwacher Stimmung und einem Absturz in Richtung der Marke von 4.000 US-Dollar je Unze schießt Gold zum Wochenstart plötzlich kräftig nach oben. In Asien legte der Preis am Montag um mehr als 2 % zu. Der Grund ist politisch brisant: Die USA und der Iran haben sich auf ein vorläufiges Friedensabkommen verständigt, das den Konflikt im Nahen Osten beenden soll.

Was zunächst nach einer schlechten Nachricht für Gold klingt, könnte sich jetzt als genau der Impuls erweisen, auf den viele Anleger gewartet haben. Denn mit der Einigung fallen die Ölpreise, Inflationssorgen gehen zurück und die Angst vor dauerhaft höheren Zinsen nimmt ab. Genau diese Mischung hat Gold zuletzt massiv belastet.

Jetzt dreht sich das Bild. Und genau deshalb ist diese Goldpreis Prognose so wichtig.

Der Spot-Goldpreis stieg um 2,4 % auf 4.318,22 US-Dollar je Unze. Die US-Gold-Futures mit Fälligkeit im August legten um 2,2 % auf 4.337,53 US-Dollar zu. Damit setzte Gold seine Erholung von den Mehrmonatstiefs der vergangenen Woche nahe 4.000 US-Dollar je Unze fort.

Gold
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Die entscheidende Frage lautet jetzt: Ist das der Beginn einer neuen Gold-Rallye? Oder nur ein kurzer Befreiungsschlag, bevor der nächste Rückschlag kommt?

US-amerikanische und iranische Vertreter erklärten am Sonntag, dass sie einen Friedensrahmen erreicht hätten. Dieser soll die Feindseligkeiten stoppen, die US-Blockade gegen den Iran beenden und die Straße von Hormus wieder öffnen.

Das ist kein kleines Detail. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Handelsrouten für globale Öllieferungen. Wird diese Route blockiert oder bedroht, schießt die Nervosität am Ölmarkt sofort nach oben. Genau das hatte die Märkte zuletzt stark belastet.

Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif erklärte, dass das Abkommen am Freitag in der Schweiz offiziell unterzeichnet werden soll.

Für die Märkte war diese Nachricht ein Schock in die andere Richtung. Plötzlich wurde nicht mehr die Eskalation gehandelt, sondern Entspannung. Und genau das setzte eine Kettenreaktion in Gang.

Der Ölpreis fiel deutlich. Brent-Rohöl verlor mehr als 4 % und notierte bei rund 84 US-Dollar je Barrel. Händler preisten ein, dass Öl aus der Golfregion wieder zuverlässiger fließen könnte und das Risiko größerer Angebotsausfälle sinkt.

Das klingt zunächst wie eine klassische Entspannungsnachricht. Doch für Gold ist der Effekt komplizierter und gerade deshalb so spannend.

Denn der Krieg hatte den Ölpreis stark nach oben getrieben. Höhere Ölpreise bedeuten höhere Inflationsrisiken. Höhere Inflation bedeutet wiederum, dass Anleger mit höheren Zinsen über einen längeren Zeitraum rechnen. Und genau das ist Gift für Gold.

Gold zahlt keine Zinsen. Wenn Anleihen attraktiver werden, wenn der Dollar steigt und wenn die Renditen hoch bleiben, geraten Gold und andere Edelmetalle unter Druck. Genau das war zuletzt passiert.

Jetzt aber kippt diese Logik.

Wenn der Ölpreis fällt, sinkt der Inflationsdruck. Wenn der Inflationsdruck sinkt, wird eine noch aggressivere US-Notenbank weniger wahrscheinlich. Und wenn die Zinserwartungen fallen, bekommt Gold wieder Luft zum Atmen.

Genau deshalb sprang der Goldpreis so stark an.

Neben dem fallenden Ölpreis kam ein zweiter wichtiger Faktor hinzu: Der US-Dollar gab nach. Der US-Dollar-Index fiel zuletzt um 0,2 % gegenüber einem Korb wichtiger Währungen.

Für Gold ist das wichtig. Ein schwächerer Dollar macht Gold für Käufer außerhalb der USA günstiger. Das kann die Nachfrage stützen und kurzfristig zusätzliche Käufer in den Markt bringen.

Gold wurde während des Konflikts trotz seines traditionellen Status als sicherer Hafen erstaunlich stark belastet. Normalerweise müsste ein Krieg im Nahen Osten Gold stützen. Doch diesmal war der Markt anders gestrickt.

Die Angst vor steigenden Ölpreisen, neuer Inflation und höheren Zinsen überwog. Anleger setzten auf einen stärkeren Dollar und höhere US-Renditen. Genau das nahm Gold den Glanz.

Jetzt entspannt sich ein Teil dieses Drucks. Und deshalb sehen wir diese kräftige Gegenbewegung.

Aber Vorsicht: Eine Gegenbewegung ist noch keine neue Hausse.

Nach der Friedensmeldung ließen die Erwartungen an eine weitere Straffung der US-Geldpolitik nach.

Händler sehen nun nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 49 % für eine Zinserhöhung der Federal Reserve bis Dezember. Eine Woche zuvor lag diese Wahrscheinlichkeit noch bei 69 %, gemessen am CME FedWatch Tool.

Das ist ein großer Unterschied. Und er erklärt, warum Gold plötzlich wieder gekauft wird.

Für die Goldpreis Prognose ist dieser Punkt zentral. Gold hängt derzeit nicht nur an geopolitischen Schlagzeilen. Gold hängt vor allem an der Frage, wie lange die Realzinsen hoch bleiben.

Wenn Anleger glauben, dass die Fed die Zinsen länger hoch hält oder sogar weiter anhebt, bleibt Gold unter Druck. Wenn diese Angst nachlässt, kann Gold steigen.

Der Blick richtet sich jetzt auf die Fed-Sitzung am 16. und 17. Juni. Die Märkte erwarten weitgehend, dass die US-Notenbank die Zinsen unverändert lässt. Entscheidend werden aber die neuen wirtschaftlichen Projektionen und die Aussagen zur weiteren Zinspolitik sein.

Das bedeutet für dich als Anleger: Der Goldpreis hat jetzt einen Impuls bekommen. Aber die Fed entscheidet, ob daraus mehr wird.

Auch in anderen Ländern stehen wichtige Notenbankentscheidungen an. Die Bank of Japan wird voraussichtlich die Zinsen auf 1 % anheben. Die Bank of England dürfte nach allgemeiner Erwartung stillhalten.

Für Gold bleibt damit ein Umfeld bestehen, das sehr schnell kippen kann. Ein Satz der Fed kann reichen, um den nächsten großen Move auszulösen.

Die Bewegung beschränkte sich nicht nur auf Gold. Auch andere Edelmetalle legten deutlich zu.

Silber stieg um 3,2 % auf 70,12 US-Dollar je Unze. Platin gewann 3,1 % und kletterte auf 1.775,50 US-Dollar je Unze.

Das ist ein wichtiges Signal. Denn wenn nicht nur Gold, sondern der gesamte Edelmetallsektor anzieht, zeigt das: Der Markt reagiert nicht nur auf eine einzelne Goldnachricht. Er bewertet das gesamte Umfeld neu.

Sinkender Ölpreis, schwächerer Dollar, geringere Zinssorgen. Das ist kurzfristig genau die Kombination, die Edelmetalle stützen kann.

Aber auch hier gilt: Der Markt ist noch nicht über den Berg.

Strategen von TD Securities bleiben vorsichtig. Sie weisen darauf hin, dass Edelmetalle, insbesondere Gold, weiterhin Schwierigkeiten haben, echte Dynamik aufzubauen.

Der Grund: Die Wahrscheinlichkeiten für weitere Fed-Zinserhöhungen sind immer noch erhöht. Dadurch bleiben die Realzinsen hoch. Und hohe Realzinsen begrenzen das Aufwärtspotenzial von Gold.

Commodity Trading Advisors, also CTAs, halten aktuell eine kleine Netto-Short-Position. Die Szenarioanalysen von TD Securities deuten zudem auf eine relativ enge Handelsspanne hin.

Die Einschätzung ist deutlich: Edelmetalle finden noch immer keinen echten Kaufimpuls. Trotz der Schlagzeilen, die den Ölpreis drücken, bleiben Zinsen und Wahrscheinlichkeiten für Fed-Zinserhöhungen erhöht. Genau das limitiert die Gold-Rallye.

Für den Moment fühlen sich CTAs laut TD Securities mit einer kleinen Netto-Short-Position wohl. Die Preissimulationen der Bank zeigen unter den meisten Szenarien eine enge Spanne.

Wenn die Gespräche über ein mögliches Abkommen den Ölpreis kurzfristig unter Kontrolle halten, könnte das schlimmste Szenario vorerst vermieden werden: ein Test der nächsten Verkaufssignale knapp unterhalb der wichtigen Marke von 4.000 US-Dollar je Unze.

Aber TD Securities gibt keine vollständige Entwarnung. Das Abkommen bleibt fragil. Die Energiepreise sind weiterhin erhöht. Deshalb sind Edelmetalle noch nicht vollständig aus dem Gröbsten heraus.

Das ist für Anleger extrem wichtig. Die Schlagzeile klingt stark. Gold steigt. Der Markt jubelt. Aber unter der Oberfläche bleibt die Lage angespannt.

Louis Navellier, Gründer, Chairman, Chief Investment Officer und Chief Compliance Officer von Navellier & Associates, sieht die Lage aus einem größeren Blickwinkel.

Er sagt, dass die meisten Kommentatoren derzeit die Gründe analysieren, warum der Aktienmarkt am vergangenen Freitag gefallen ist. Dabei werde oft übersehen, dass auch Gold massiv verloren hat.

Gold fiel am Freitag um mehr als 3 %, also um rund 130 US-Dollar je Unze. Damit wurden fast alle frühen Gewinne aus dem Jahr 2026 ausgelöscht.

Der S&P 500 hat Gold im bisherigen Jahresverlauf 2026 nun überholt. Aber Navellier erinnert daran, dass Gold im vergangenen Jahr um 65 % gestiegen ist. Auch seit 2000 oder 2020 hat Gold starke Gewinne erzielt.

Nach seiner Darstellung zeigt eine langfristige Vergleichstabelle, dass Gold Aktien in den meisten langfristigen Vergleichen seit dem Tag vor 55 Jahren übertroffen hat, an dem Präsident Nixon Mitte 1971 die letzten Reste der Goldbindung des US-Dollars beendete.

Gold
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Genau hier wird die Goldpreis Prognose größer als nur ein Blick auf den heutigen Kurs. Es geht nicht nur um ein paar Prozent rauf oder runter. Es geht um die Frage, welche Rolle Gold in einem System spielt, das auf immer mehr Schulden, Papiergeld und Defiziten basiert.

Navellier bringt die Geschichte des Goldes mit der Geschichte der USA zusammen. Während sich die USA ihrem 250. nationalen Geburtstag nähern, könne man vielleicht auch die Rolle von Gold für den nationalen Wohlstand feiern.

Um diese Geschichte einzuordnen, verweist er auf wichtige Ereignisse in den Sommern der Jahre 1776, 1791, 1861, 1896 und 1971.

Vor 250 Jahren, am 22. Juni 1776, gab der Kongress 2 Millionen US-Dollar in neuem Papiergeld aus. Diese Währung wurde Continentals genannt. Sie zeigte revolutionäre Soldaten und die Inschrift „The United Colonies“.

Doch diese Währung war nicht durch Gold gedeckt. Und genau das wurde zum Problem. Der Continental verlor schnell fast seinen gesamten Wert. Im Jahr 1779 litten die USA unter einer Inflation von mehr als 30 %. Es war die höchste Einjahresinflation in der amerikanischen Geschichte.

In einem Brief aus dem Jahr 1779 an John Jay, den späteren ersten Chief Justice der USA, forderte General George Washington solides Geld. Er schrieb sinngemäß, dass eine Wagenladung Geld kaum noch eine Wagenladung Währung kaufen könne.

Das ist der Punkt: Papiergeld kann schnell gedruckt werden. Vertrauen aber nicht.

Vor 235 Jahren, im Juni 1791, plante die USA eine goldgedeckte Dollar-Münzprägung. Gleichzeitig startete die neue französische Revolutionsregierung die erste inflationäre Ausgabe ihrer Assignaten. Diese waren das französische Gegenstück zu den amerikanischen Continentals: ungedeckt und inflationär.

Innerhalb von fünf Jahren wurden die Assignaten wertlos. Diese Entwicklung trug zum Aufstieg Napoleons bei. Frankreich musste die Folgen von Inflation auf die harte Tour lernen.

Gold
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Zur Zeit der amerikanischen Staatsgründung sprachen die wichtigsten Gründerväter sehr positiv über Gold und Silber. Das hatte einen einfachen Grund: Sie hatten die Folgen inflationären Papiergeldes bereits erlebt.

Thomas Jefferson, der wichtigste Autor der Unabhängigkeitserklärung, fürchtete Papiergeld. Er schrieb, Papier sei Armut. Es sei nur der Geist des Geldes und nicht das Geld selbst.

Später, im Jahr 1802, schrieb Jefferson als Präsident an seinen Finanzminister Albert Gallatin, Edelmetall sei das vollkommenste Zahlungsmittel. Es bewahre sein eigenes Niveau, habe einen inneren und universellen Wert, könne in den Händen der Bürger niemals sterben und sei die sicherste Reserve in Kriegszeiten.

Während seines Ruhestands wurde Jefferson noch deutlicher. Im Krieg von 1812 und angesichts der drohenden Inflation forderte er erneut eine Golddeckung.

In einem Brief an John W. Eppes aus dem Jahr 1813 schrieb Jefferson, dass Bankschulden nur für die Banken selbst ein Segen seien. Diese erzielten darauf solide Zinsen von acht oder zehn Prozent. Für die Öffentlichkeit aber hätten diese Gesellschaften das Gold- und Silberumlaufmittel verdrängt, das zuvor ohne Zinskosten existiert habe, das in den Händen der Bürger nie hätte vergehen können und das im Krieg die Rettung gewesen wäre.

Stattdessen hätten sie der Öffentlichkeit zweihundert Millionen an Schaum und Blase gegeben, auf die schwere Zinsen zu zahlen seien, bis sie sich in Luft auflösten. Kapital könne durch Arbeit geschaffen und durch Sparsamkeit angesammelt werden. Aber nur Gaukler würden vorschlagen, es durch Taschenspielertricks mit Papier zu erschaffen.

Auch nach dem Krieg gab Jefferson nicht auf. Im Jahr 1816 schrieb er an John Taylor, dass, wenn das amerikanische Volk jemals privaten Banken erlaube, die Ausgabe seiner Währung zu kontrollieren, zuerst durch Inflation und dann durch Deflation, die Banken und die um sie herum entstehenden Unternehmen dem Volk all seinen Besitz nehmen würden. Am Ende würden ihre Kinder obdachlos auf dem Kontinent erwachen, den ihre Väter erobert hätten.

Auch Thomas Paine, berühmt für „Common Sense“ aus dem Jahr 1776, schrieb 1786 in seiner Abhandlung „Dissertations on Government, the Affairs of the Bank, and Paper Money“ eindrucksvoll über Gold.

Paine bezeichnete Gold und Silber als Ausgaben der Natur. Papier hingegen sei eine Ausgabe der Kunst. Der Wert von Gold und Silber werde durch die Menge bestimmt, die die Natur in der Erde geschaffen habe. Diese Menge könne der Mensch nicht beliebig vergrößern oder verkleinern. Deshalb hänge der Wert nicht vom Menschen ab.

Der Mensch habe keinen Anteil daran, Gold oder Silber zu erschaffen. Er könne es nur aus der Mine holen, für den Gebrauch veredeln und mit einem Stempel zur Münze machen. Die Natur habe die richtigen Materialien für Geld bereitgestellt: Gold und Silber. Jeder Versuch des Menschen, damit zu konkurrieren, sei lächerlich.

All diese Überzeugungen flossen in die amerikanische Verfassung ein, die vor allem von James Madison geprägt wurde.

Dort heißt es, dass der Kongress die Macht habe, Geld zu prägen, dessen Wert und den Wert ausländischer Münzen zu regulieren und Standards für Gewichte und Maße festzulegen. Gleichzeitig wurde den Bundesstaaten untersagt, Geld zu prägen, Kreditbriefe auszugeben oder etwas anderes als Gold- und Silbermünzen als gesetzliches Zahlungsmittel für Schulden anzuerkennen.

Genau deshalb hatte Amerika in den ersten 150 Jahren seiner Existenz kaum nennenswerte Inflation. Nur einmal in dieser frühen Phase sah sich das Land gezwungen, seine Währung ohne Golddeckung auszuweiten: in den 1860er-Jahren.

Vor 165 Jahren, am 17. Juli 1861, kurz vor der ersten großen Schlacht des Bürgerkriegs bei Manassas, auch Bull Run genannt, schlug Präsident Abraham Lincoln die erste nicht goldgedeckte Papierwährung der USA vor.

Diese sogenannten Greenbacks, offiziell Demand Notes, wurden durch ein Gesetz des Kongresses am 17. Juli autorisiert. Wegen der dunkelgrünen Tinte auf der Rückseite der Scheine wurden sie bald Greenbacks genannt. Ausgegeben wurden sie allerdings erst 1862.

Nach dem Krieg kam es zu einer bemerkenswerten Wendung. Salmon P. Chase, früherer Finanzminister und später Chief Justice des Supreme Court, gab die entscheidende Stimme ab, mit der die Schaffung von Lincolns Greenbacks für verfassungswidrig erklärt wurde. Damit machte er seine eigenen früheren Maßnahmen rückgängig.

Chase wurde später ironischerweise selbst zum Gesicht der Inflation. Sein Porträt erschien auf den 10.000-Dollar-Scheinen, die zwischen 1928 und 1946 gedruckt wurden.

Zum Abschluss dieser historischen Linie stehen zwei weitere Jahrestage, die zeigen, wie schwierig die Beziehung zwischen Gold und dem US-Dollar immer war.

Vor 130 Jahren, vom 16. bis 18. Juni 1896, nominierten republikanische Goldbefürworter William McKinley als Präsidentschaftskandidaten. Seine Plattform unterstützte den Goldstandard.

Drei Wochen später, am 7. Juli 1896, sprach auf dem Parteitag der Demokraten in Chicago ein junger Autor aus Nebraska namens William Jennings Bryan vor 20.000 Delegierten. Er wetterte leidenschaftlich gegen den Goldstandard der Republikaner und schloss mit den berühmten Worten, man solle der Arbeit nicht diese Dornenkrone auf die Stirn drücken und die Menschheit nicht an einem Kreuz aus Gold kreuzigen.

Die Delegierten waren begeistert. Bryan gewann die Nominierung.

Vor 55 Jahren, am 15. August 1971, schloss Präsident Nixon das Goldfenster für inländische und ausländische Ansprüche. Seitdem hat der Dollar 88 % seiner Kaufkraft und mehr als 99 % seines Wertes gegenüber Gold verloren.

Gold
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Gold ist nicht tot. Es schläft nur. Und vielleicht ist genau dieses Nickerchen gefährlicher, als viele Anleger glauben.

Denn während sich die Märkte kurzfristig über einen möglichen Iran-Deal, fallende Ölpreise und sinkende Zinssorgen freuen, läuft im Hintergrund ein viel größeres Problem weiter: Die USA häufen weiter rund 2 Billionen US-Dollar neue Defizite pro Jahr an.

Das ist der eigentliche Elefant im Raum.

Kurzfristig entscheidet die Fed über die Richtung beim Goldpreis. Mittelfristig zählen Ölpreise, Dollar, Realzinsen und geopolitische Risiken. Langfristig aber geht es um etwas viel Größeres: Vertrauen in Papiergeld.

Und genau hier hat Gold historisch immer wieder seine Rolle gespielt.

Für dich als Anleger heißt das: Die aktuelle Erholung ist spannend, aber noch kein Freifahrtschein. Der Goldpreis hat sich von der kritischen Zone nahe 4.000 US-Dollar je Unze gelöst. Das ist positiv. Gleichzeitig muss Gold erst beweisen, dass der Sprung über 4.300 US-Dollar mehr ist als nur eine Reaktion auf eine politische Schlagzeile.

Sollte das Iran-Abkommen halten, der Ölpreis weiter unter Kontrolle bleiben und die Fed weniger aggressiv auftreten, könnte Gold weiter profitieren. Sollte die Einigung jedoch wackeln oder die Fed wieder härter klingen, kann der Druck schnell zurückkommen.

Genau deshalb ist jetzt kein Markt für Schlafmützen. Gold bewegt sich wieder. Und diesmal können wenige Nachrichten reichen, um die Richtung komplett zu verändern.

Die aktuelle Goldpreis Prognose ist deutlich spannender, als es auf den ersten Blick aussieht. Gold profitiert kurzfristig vom vorläufigen Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran, vom fallenden Ölpreis, vom schwächeren Dollar und von sinkenden Erwartungen an weitere US-Zinserhöhungen.

Das ist ein starkes Paket. Aber es ist noch kein endgültiger Durchbruch.

Die Experten von TD Securities bleiben vorsichtig, weil die Realzinsen weiterhin hoch sind und CTAs noch immer kleine Netto-Short-Positionen halten. Die wichtige Marke von 4.000 US-Dollar je Unze bleibt deshalb eine zentrale Unterstützung, die Anleger weiter im Blick behalten sollten.

Langfristig bleibt Gold jedoch hochinteressant. Die Geschichte zeigt, dass ungedecktes Papiergeld immer wieder Vertrauen zerstören kann. Die USA bauen weiter enorme Defizite auf. Der Dollar hat seit dem Ende der Goldbindung massiv an Kaufkraft verloren. Und Gold bleibt genau das, was es immer war: kein perfektes Investment für jeden Tag, aber ein mächtiger Schutz in einem System, das immer stärker auf Schulden basiert.

Wenn du jetzt auf Gold blickst, solltest du dich also nicht nur vom Tageskurs leiten lassen. Die kurzfristige Bewegung ist wichtig. Aber die große Geschichte dahinter ist noch viel wichtiger.

Gold macht vielleicht nur eine Pause. Aber wer zu lange wartet, könnte den Moment verpassen, in dem es wieder aufwacht.

Disclaimer: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt Finanzjournalismus dar. Er ist keine Anlageberatung, keine Kaufempfehlung und keine Aufforderung zum Handel mit Wertpapieren oder Rohstoffen. Der Handel mit Aktien, Edelmetallen und anderen Finanzinstrumenten ist mit Risiken verbunden und kann zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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