Das Paar USD/CHF fällt im frühen europäischen Handel am Montag auf rund 0,7930, den niedrigsten Stand seit dem 5. Juni. Der US-Dollar (USD) schwächt sich gegenüber dem Schweizer Franken (CHF) ab, nachdem die USA und der Iran einen Rahmenvertrag für Frieden angekündigt haben. Die Händler bereiten sich auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) am Mittwoch vor.
US-Präsident Donald Trump kündigte am Sonntag ein „großartiges Abkommen“ zur Beendigung des Krieges mit dem Iran an. Der Nationale Sicherheitsrat des Iran erklärte, dass die US-Blockade der Marine sofort aufgehoben wird und der Krieg an allen Fronten, einschließlich Libanon, beendet sein wird. Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif sagte, dass die offizielle Unterzeichnungszeremonie für das „Friedensabkommen“ am Freitag in der Schweiz stattfinden wird. Fortschritte im US-iranischen Friedensabkommen stärken den CHF und sorgen für Gegenwind für das Paar.
Die US-Notenbank wird voraussichtlich ihren Leitzins bei der bevorstehenden geldpolitischen Sitzung am Mittwoch unverändert in der Zielspanne von 3,50 % bis 3,75 % belassen. Die Händler werden die Pressekonferenz genau verfolgen und weitere Hinweise darauf erhalten, wie der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh die US-Notenbank in die nächste Ära führen wird. Hawkische Äußerungen von Fed-Vertretern könnten den Greenback beflügeln und dem Hauptwährungspaar Gegenwind verleihen.
Die Märkte haben laut dem CME FedWatch-Tool nach dem Friedensabkommen eine Wahrscheinlichkeit von fast 64 % für eine Zinserhöhung der Fed im Dezember dieses Jahres eingepreist, nach 69 % in der Vorwoche.
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.