Gold (XAU/USD) fällt am Mittwoch auf frische 11-Wochen-Tiefs, da die zunehmenden Spekulationen, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinsen später in diesem Jahr anheben könnte, die Nachfrage nach dem renditeschwachen Metall belasten. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert XAU/USD bei rund 4.163 USD und liegt damit 2,30 % im Minus für den Tag.
Der Ausverkauf wurde durch technischen Verkauf verstärkt, nachdem XAU/USD nach der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts für Mai (Nonfarm Payrolls) am Freitag unter seinen 200-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 4.444 USD gefallen war. Der nächste wichtige Test für Gold steht mit der Veröffentlichung der US-Inflationsdaten um 12:30 GMT an.
Ökonomen erwarten, dass der headline Verbraucherpreisindex (VPI) im Mai auf 4,2 % im Jahresvergleich ansteigt, nach 3,8 % im April, während der Kern-VPI voraussichtlich von 2,8 % auf 2,9 % leicht zulegt.
Der Anstieg der Inflation folgt auf den US-Iran-Krieg, der einen starken Anstieg der Energiepreise ausgelöst hat und die Bemühungen der Fed, die Inflation wieder auf ihr Ziel von 2 % zu bringen, erschwert.
Vor Beginn des Krieges rechneten die Märkte mit mindestens zwei Zinssenkungen in diesem Jahr. Diese Wetten sind nun verschwunden, da Händler zunehmend eine Zinserhöhung bis zum Jahresende erwarten.
Liegt die Inflation über den Erwartungen, könnten die Märkte die Wetten auf eine Zinserhöhung der Fed weiter erhöhen. Dies würde wahrscheinlich den Abwärtsdruck auf Gold verstärken, da höhere Zinssätze die Opportunitätskosten für das Halten von renditeschwachen Anlagen erhöhen.
Andererseits könnte ein schwächeres Inflationsergebnis Händler dazu veranlassen, ihre Zinserhöhungserwartungen zurückzuschrauben und eine kurzfristige Erholung des Edelmetalls auslösen.
Eine Erholung bei Gold könnte jedoch begrenzt sein, da die Inflationsrisiken weiterhin hoch bleiben. Die Schließung der Straße von Hormus stört weiterhin die globalen Ölströme und hält eine geopolitische Risikoaufschlag in den Rohölpreisen verankert.
Die Hoffnungen auf einen kurzfristigen Friedensvertrag zwischen den USA und dem Iran erscheinen gering, nachdem beide Seiten am Dienstag erneute Angriffe gestartet haben. Die geopolitische Unsicherheit hält den US-Dollar (USD) stark, was eine zusätzliche Gegenwind für in Dollar denominiertes Gold darstellt.

XAU/USD bleibt nach dem Bruch unter den wichtigen 200-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 4.444 USD unter starkem Verkaufsdruck. Der Relative Strength Index (RSI) ist auf der Tages-Chart in den überverkauften Bereich bei etwa 27 gefallen, während der Average Directional Index (14) über 30 steigt, was trotz kurzfristig überdehnter Bedingungen einen sich verstärkenden Abwärtstrend signalisiert.
Auf der Unterseite dient das März-Tief bei 4.098 USD als nächste wichtige Unterstützung, an der Käufer versuchen könnten, den Rückgang zu stoppen. Auf der Oberseite würde jede Erholung zunächst auf den 200-Tage-SMA bei 4.444 USD treffen, gefolgt vom 50-Tage-SMA bei 4.608 USD und dann dem 100-Tage-SMA bei 4.782 USD, wobei das Cluster der gleitenden Durchschnitte über dem Kurs wahrscheinlich Erholungsversuche begrenzt, sofern es nicht entscheidend zurückerobert wird.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.