Der Goldpreis (XAU/USD) notiert während der europäischen Handelssitzung am Mittwoch rund 2,1 % niedriger bei etwa 4.170 USD. Das Edelmetall steht unter starkem Verkaufsdruck, da der Iran angekündigt hat, die Verhandlungsbedingungen mit den Vereinigten Staaten (US) für ein dauerhaftes Friedensabkommen nach Angriffen des US-Zentralkommandos (CENTCOM) erneut zu überprüfen.
Früher am Tag sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums Esmaeil Baghaei, dass Teheran die Verhandlungsbedingungen mit Washington nach nächtlichen Zusammenstößen neu bewerten müsse und fügte hinzu, dass die USA den diplomatischen Prozess durch ihre fortgesetzten Waffenstillstandsverletzungen geschädigt hätten.
Am späten Dienstag bestätigte das US-CENTCOM eine Reihe von Angriffen auf Irans Luftabwehr, Bodensteuerungsstationen und Überwachungsradaranlagen in der Nähe der Straße von Hormus, einem wichtigen Durchgang für fast 20 % der weltweiten Energieversorgung. Diese Angriffe wurden erwartet, da US-Präsident Donald Trump mit Vergeltungsmaßnahmen auf den Angriff Teherans auf den US-Apache-Hubschrauber über der Straße von Hormus gedroht hatte.
Die Botschaft aus dem Iran, die Friedensgespräche mit den USA erneut zu überprüfen, hat Befürchtungen über eine längere Schließung der Straße von Hormus ausgelöst, ein Szenario, das die Ölpreise hoch halten wird, was zu entankerten Inflationserwartungen und einer hawkischen Ausrichtung der globalen Zentralbanken führen wird.
Anzeichen für eine Straffung der Geldpolitik oder länger anhaltend höhere Zinsen sind schlecht für renditelose Anlagen wie Gold.
Um neue Hinweise zum aktuellen Stand der US-Inflation zu erhalten, warten die Anleger auf die Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex (CPI) für Mai, die um 12:30 GMT erfolgt.

XAU/USD notiert niedriger bei 4.172 USD und setzt eine bärische Phase fort, wobei der Kurs deutlich unter dem 20-Tage-Exponentiellen gleitenden Durchschnitt (EMA) bei 4.449 USD liegt.
Der Abstand zu diesem kurzfristigen Trendindikator verstärkt die Abwärtsneigung, während der 14-Tage Relative Strength Index (RSI) bei rund 27 im überverkauften Bereich liegt, was darauf hindeutet, dass der Verkaufsdruck zwar ausgeprägt, aber noch nicht umgekehrt ist.
Auf der Oberseite stellt der 20-Tage-EMA bei 4.449 USD den ersten bedeutenden Widerstand dar, den die Bullen zurückerobern müssten, um den unmittelbaren Abwärtsdruck zu mildern und ein nachhaltigeres Erholungsversuchssignal zu geben. Nach unten hin ist das Sechsmonats-Tief bei rund 4.100 USD die unmittelbare Unterstützung. Der Goldpreis wäre einem Risiko von 4.000 USD ausgesetzt, sollte er die Marke von 4.100 USD nicht halten können.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.