Gold (XAU/USD) erholt am Freitag einen Teil seiner früheren Verluste, da Händler sich vor dem US-Arbeitsmarktbericht (Nonfarm Payrolls, NFP), der um 12:30 GMT veröffentlicht wird, neu positionieren. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert XAU/USD bei rund 4.462 USD, nachdem es ein Intraday-Tief von 4.428 USD erreicht hatte.
Ökonomen erwarten, dass die US-Wirtschaft im Mai 85.000 neue Stellen geschaffen hat, nach 115.000 im April, während die Arbeitslosenquote voraussichtlich unverändert bei 4,3 % bleibt.
Die Daten könnten als Katalysator dienen, damit Gold aus der engen Spanne ausbricht, in der es seit Mitte Mai gehandelt wird. Allerdings üben die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten weiterhin Einfluss auf das Edelmetall aus.
Gold verhält sich seit Beginn des US-Iran-Kriegs Ende Februar eher wie ein risikosensitives Asset, fällt bei Eskalationen der geopolitischen Spannungen und erholt sich, wenn Hoffnungen auf ein Friedensabkommen an Fahrt gewinnen.
Das Metall liegt immer noch etwa 17 % unter dem Niveau vor dem Krieg. Der Rückgang bei Gold wurde von einem starken Anstieg der Ölpreise begleitet, was Inflationssorgen schürte und die Erwartungen verstärkte, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinsen länger hoch halten wird.
Dies bleibt ein bedeutender Gegenwind für Gold, das in einem Umfeld niedrigerer Zinssätze tendenziell besser abschneidet. Laut dem CME FedWatch Tool erwarten Händler, dass die US-Notenbank die Zinsen in den kommenden Monaten im Bereich von 3,50 % bis 3,75 % hält, während sie eine 38%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte (bps) bis zur Dezember-Sitzung einpreist.
Ein stärker als erwarteter NFP-Bericht würde wahrscheinlich die Argumente für eine unveränderte oder sogar höhere Zinspolitik der Fed stützen, da die Entscheidungsträger die Inflationsauswirkungen der höheren Energiepreise bewerten. Ein schwächeres Ergebnis könnte hingegen Händler dazu veranlassen, ihre Wetten auf höhere Zinsen zurückzufahren, was dem nicht verzinslichen Metall etwas Erleichterung verschaffen würde.
Neben den Zinserwartungen beobachten Händler weiterhin die Entwicklungen im Nahen Osten.
Die Hoffnungen auf ein baldiges US-Iran-Friedensabkommen scheinen zu schwinden, nachdem die vom Iran unterstützte Hisbollah den Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon abgelehnt hat und beide Seiten den Feuerwechsel wieder aufgenommen haben. Teheran hat wiederholt betont, dass jede Vereinbarung mit Washington einen dauerhaften Waffenstillstand im Libanon beinhalten muss.

Im Tageschart steht XAU/USD weiterhin unter kurzfristigem Abwärtsdruck, wobei der Kurs unterhalb der mittleren Bollinger-Band-Linie bei etwa 4.544 USD notiert. Die Momentum-Indikatoren zeigen Schwäche, da der Relative Strength Index (RSI) knapp unter der neutralen Marke von 50 liegt und der Moving Average Convergence Divergence (MACD) Indikator im negativen Bereich verbleibt, was darauf hindeutet, dass Erholungsversuche wahrscheinlich flach ausfallen werden, solange der Kurs unter dem Widerstand über dem Kopf handelt.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung nahe dem unteren Bollinger-Band bei rund 4.374 USD, wo Käufer versuchen könnten, den Rückgang zu verlangsamen. Ein Tagesschluss unter diesem Niveau würde jedoch tiefere Verluste offenbaren. Auf der Oberseite ist eine Rückkehr über den Bereich von 4.544 USD erforderlich, um den unmittelbaren bärischen Ton zu mildern, wobei das obere Bollinger-Band bei etwa 4.715 USD als nächstes Widerstandshindernis fungiert.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.