Euro schwächelt gegenüber dem Pfund nach BIP-Daten der Eurozone, die ein schwächeres Wachstumsszenario zeichnen

Quelle Fxstreet
  • EUR/GBP notiert am Freitag tiefer, da Wachstumsbedenken in der Eurozone auf den Euro drücken.
  • Die EZB steht vor einem schwierigeren geldpolitischen Zielkonflikt, da die Stagflationsrisiken zunehmen.
  • Die Märkte preisen eine Zinserhöhung der EZB um 25 Basispunkte bei der geldpolitischen Sitzung am 11. Juni vollständig ein.

Der Euro (EUR) fällt am Freitag gegenüber dem britischen Pfund (GBP), nachdem eine nach unten korrigierte Wachstumszahl für die Eurozone neue Zweifel an den wirtschaftlichen Aussichten der Region aufkommen lässt. EUR/GBP notiert zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei rund 0,8642 und gibt nach zwei Tagen mit Gewinnen nach.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im Vergleich zum Vorquartal um 0,2 % und kehrte damit die frühere Schätzung eines Wachstums von 0,1 % um. Die jährliche Wachstumsrate wurde von 0,8 % auf 0,3 % nach unten revidiert und verlangsamte sich gegenüber 1,2 % im letzten Quartal 2025.

Die schwächeren Wachstumszahlen kommen, während die Eurozone weiterhin mit höheren Energiekosten zu kämpfen hat, die auf monatelange Störungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus zurückzuführen sind.

Als großer Energieimporteur ist der Block besonders von dem durch Spannungen im Nahen Osten ausgelösten Anstieg der Ölpreise betroffen. Die Inflation ist bereits über das 2%-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) beschleunigt, und die neuesten BIP-Zahlen deuten darauf hin, dass die wirtschaftlichen Folgen nun auch in den Wachstumsdaten sichtbar werden, was das Risiko einer Stagflation erhöht.

Das stellt die EZB vor eine schwierige Balance. Die Märkte preisen eine Zinserhöhung bei der geldpolitischen Sitzung in der nächsten Woche vollständig ein und erwarten mindestens zwei weitere Zinserhöhungen vor Jahresende.

Allerdings dürften Anzeichen eines verlangsamten Wachstums bei gleichzeitig steigender Inflation den geldpolitischen Ausblick erschweren und es der Zentralbank erschweren, einen aggressiven Straffungszyklus zu verfolgen.

„Eine risikobasierte, präventive Zinserhöhung um 25 Basispunkte wird von der EZB in der nächsten Woche trotz wachsender Bedenken hinsichtlich der kurzfristigen Wachstumsaussichten weithin erwartet. Die Erfahrungen aus dem Angebotschock 2021-22 sind offensichtlich tiefgreifend, da diesmal eine schnellere Reaktion bevorzugt wird, obwohl wichtige Lohndaten fehlen“, sagte der Ökonom Anatoli Annenkov von der Societe Generale.

„Während es Spielraum für moderate Zinserhöhungen gibt, ohne in restriktives Terrain vorzudringen, wird die EZB voraussichtlich auf Datenabhängigkeit bestehen. Sie sollte auch offen über die Zielkonflikte eines frühen Handelns sprechen, insbesondere da ein starker negativer Wachstumseffekt die Lohnreaktion bremsen und sogar eine geldpolitische Kehrtwende erforderlich machen könnte“, fügte er hinzu.

Euro - heute

Die folgende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung von Euro (EUR) gegenüber den aufgeführten Hauptwährungen heute. Euro war am stärksten gegenüber dem Schweizer Franken.

USD EUR GBP JPY CAD AUD NZD CHF
USD 0.09% 0.02% 0.03% -0.20% 0.23% 0.23% 0.27%
EUR -0.09% -0.09% -0.06% -0.29% 0.13% 0.11% 0.19%
GBP -0.02% 0.09% 0.02% -0.22% 0.21% 0.20% 0.26%
JPY -0.03% 0.06% -0.02% -0.23% 0.19% 0.18% 0.23%
CAD 0.20% 0.29% 0.22% 0.23% 0.43% 0.42% 0.47%
AUD -0.23% -0.13% -0.21% -0.19% -0.43% -0.00% 0.03%
NZD -0.23% -0.11% -0.20% -0.18% -0.42% 0.00% 0.05%
CHF -0.27% -0.19% -0.26% -0.23% -0.47% -0.03% -0.05%

Die Heatmap zeigt die prozentuale Entwicklung der wichtigsten Währungen im Vergleich zueinander. Die Basiswährung wird aus der linken Spalte ausgewählt, während die Notierungswährung aus der oberen Zeile ausgewählt wird. Wenn Sie zum Beispiel Euro aus der linken Spalte auswählen und sich entlang der horizontalen Linie zum US-Dollar bewegen, wird die prozentuale Veränderung in der Box als EUR (Basis)/USD (Notierungswährung) angezeigt.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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