Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Öl gewinnt zum dritten Tag in Folge an Boden und wird während der asiatischen Handelszeiten am Donnerstag um die 93,00 USD pro Barrel gehandelt. Die Rohölpreise steigen angesichts wachsender Versorgungsängste aufgrund der anhaltenden Unsicherheit im Nahen Osten und der Blockade der Straße von Hormus.
Dem Wall Street Journal zufolge feuerte Iran am Mittwoch im Golf von Hormus auf drei Schiffe und eskortierte zwei davon in iranische Gewässer. Iranische Medien berichteten, dass die paramilitärische Revolutionsgarde die Schiffe nach Iran verlegte, was eine weitere Eskalation darstellt, obwohl die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, erklärte, dass die Beschlagnahmungen nicht gegen die Bedingungen des Waffenstillstands verstoßen.
Der Sprecher des iranischen Parlaments und Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte, dass die Wiedereröffnung der Straße „unmöglich“ sei, solange die Vereinigten Staaten (US) und Israel mit dem fortfahren, was er als „offensichtliche“ Verstöße gegen den Waffenstillstand bezeichnete, einschließlich der US-Seekriegsblockade. Unterdessen sagte Präsident Donald Trump, dass der derzeitige Waffenstillstand auf unbestimmte Zeit bestehen bleibe, während Washington auf einen erneuten Friedensvorschlag aus Teheran warte.
Die US-Exporte von Rohöl und Erdölprodukten stiegen laut Reuters um 137.000 Barrel pro Tag (bpd) auf ein Rekordniveau von 12,88 Millionen bpd, da Käufer in Asien und Europa ihre Käufe nach Versorgungsunterbrechungen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg erhöhten.
Die Änderung der Rohölbestände der Energy Information Administration (EIA) zeigte am Mittwoch, dass die US-Ölbestände um 1,925 Millionen Barrel zunahmen, entgegen den Erwartungen eines Rückgangs um 1,2 Millionen Barrel.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.