Im britischen Wirtschaftskalender stehen am Donnerstag um 08:30 GMT die vorläufigen Daten zum Einkaufsmanagerindex (EMI) für den Dienstleistungssektor im April zur Veröffentlichung durch S&P Global an.
Der S&P Global Services EMI wird für April voraussichtlich bei 50,0 liegen und damit leicht unter dem Wert von 50,5 aus dem Vormonat.
GBP/USD könnte sich zurückhaltend zeigen, da der S&P Global Services EMI im April voraussichtlich sinkt, ebenso wie die Composite- und Manufacturing-EMIs. Das Pfund Sterling (GBP) kämpft angesichts anhaltender Risikoaversion im Zusammenhang mit den Nahost-Sorgen. Die Händler werden ihren Fokus auf die am Freitag anstehenden britischen Einzelhandelsumsätze richten.
Das Paar GBP/USD gibt ebenfalls nach, da der US-Dollar angesichts steigender Energiepreise an Boden gewinnt, was die Inflationssorgen verstärkt und die Erwartungen an Zinssenkungen der Federal Reserve (Fed) reduziert hat. Eine aktuelle Reuters-Umfrage unter Ökonomen ergab, dass 56 von 103 Befragten erwarten, dass die Fed ihren Leitzins mindestens bis September im aktuellen Bereich von 3,5 % bis 3,75 % belassen wird.
Technisch weist das Paar GBP/USD eine konstruktive bullische Tendenz auf, da es knapp über dem neun-Tage-Exponential Moving Average (EMA) und deutlich über dem 50-Tage-EMA notiert. Die erste Hürde liegt beim Zweimonatshoch von 1,3599, das am 17. April erreicht wurde. Auf der Unterseite testet das Paar die unmittelbare Unterstützung am neun-Tage-EMA bei 1,3492, gefolgt vom 50-Tage-EMA bei 1,3427.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.