Das Paar USD/CAD notiert im frühen europäischen Handel am Donnerstag um 1,3670 auf einem stabilen Niveau. Das Paar stabilisiert sich, während Händler auf Anzeichen diplomatischer Fortschritte zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten warten.
Die USA verlängern den Waffenstillstand mit Iran auf Bitte Pakistans, während US-Präsident Donald Trump auf einen einheitlichen Vorschlag aus dem Iran wartet. Dennoch bleiben die Spannungen im Nahen Osten hoch, da Teheran die Straße von Hormus fest kontrolliert, den Durchgang durch die Handelsroute überwacht und auf Schiffe schießt.
Irans oberster Verhandlungsführer und Parlamentspräsident, Mohammad Bagher Ghalibaf, erklärte, Israels Kriegstreiberei und „offensichtliche“ Verstöße gegen den Waffenstillstand machten die Wiedereröffnung der Straße von Hormus „unmöglich“. Steigende Ölpreise, getrieben durch Konfliktrisiken im Nahen Osten, stützen den rohstoffgebundenen Loonie. Es ist anzumerken, dass Kanada ein bedeutender Ölexporteur ist und hohe Rohölpreise im Allgemeinen einen positiven Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) haben.
Der vorläufige Wert des S&P Global US Einkaufsmanagerindex (EMI) wird später am Donnerstag im Fokus stehen. Für den EMI des verarbeitenden Gewerbes wird eine leichte Verbesserung auf 52,5 im April gegenüber 52,3 im Vormonat erwartet. Der EMI für den Dienstleistungssektor soll im April auf 50,0 steigen, nach zuvor 49,8. Sollten die Berichte ein stärker als erwartetes Ergebnis zeigen, könnte dies den Greenback gegenüber dem CAD kurzfristig stützen.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.