Gold (XAU/USD) kämpft damit, die gute Erholung vom Vortag aus dem Bereich um 4.737 USD, einem Ein-Wochen-Tief, zu nutzen, und zieht während der asiatischen Sitzung am Dienstag einige Verkäufer an. Der Rohstoff rutscht näher an die Marke von 4.800 USD heran, wobei die Abwärtsrisiken jedoch abgefedert erscheinen, da Händler angesichts der anhaltenden Unsicherheit darüber, ob Gespräche zur Beendigung des US-Iran-Kriegs stattfinden werden, von aggressiven direktionalen Wetten absehen könnten.
US-Präsident Donald Trump kündigte an, dass US-Verhandler nach Pakistan reisen werden, um eine weitere Verhandlungsrunde mit dem Iran zu führen, mit dem Ziel, einen fragilen Waffenstillstand zu verlängern, der am Mittwoch ausläuft. Unterdessen zeigen sich iranische Beamte angesichts der US-Seekriegsblockade zögerlich gegenüber weiteren Friedensgesprächen. Tatsächlich erklärte der Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad Bagher Ghalibaf, dass der Iran keine Verhandlungen mit den USA akzeptieren werde, solange er bedroht werde. Zudem sagte Irans Außenminister Abbas Araghchi, dass fortgesetzte Verstöße der USA gegen den Waffenstillstand ein großes Hindernis für die Fortsetzung des diplomatischen Prozesses darstellen.
Neueste Berichte deuten jedoch darauf hin, dass eine Delegation, die den Iran vertritt, voraussichtlich nach Islamabad reisen wird, um frische Verhandlungen mit den USA zu führen. Unterdessen bleiben Investoren angesichts des Stillstands über die Straße von Hormus skeptisch gegenüber einer möglichen US-Iran-Vereinbarung, insbesondere nachdem die US-Marine ein iranisches Frachtschiff im Golf von Oman abgefangen und beschlagnahmt hat. Als Reaktion darauf schloss der Iran erneut die strategische Wasserstraße, was als Rückenwind für die Rohölpreise wirkt. Dies wiederum belebt inflationsbedingte Sorgen und bietet etwas Unterstützung für die US-Anleiherenditen, was den zinslosen Goldpreis belastet.
Darüber hinaus bieten steigende US-Anleiherenditen etwas Unterstützung für den US-Dollar (USD), was als weiterer Faktor gilt, der den Rohstoff belastet. Die USD-Bullen zeigen jedoch wenig Überzeugung angesichts sinkender Wahrscheinlichkeiten für eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank (Fed). Stattdessen zeigt das FedWatch Tool der CME Group, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung der Fed bis zum Jahresende bei etwa 45-50 % liegt, was eine nennenswerte USD-Aufwertung begrenzen und weiterhin als Rückenwind für Gold wirken sollte. Daher ist es ratsam, auf eine starke Verkaufsdynamik zu warten, bevor man auf eine weitere Abwertung von XAU/USD setzt.
Das Edelmetall zeigt eine konstruktive kurzfristige Tendenz, da es über dem 200-Perioden Exponential Moving Average (EMA) bei 4.784,25 USD notiert. Das 50,0%-Retracement des Rückgangs im März bei 4.762,13 USD fügt unterhalb des EMA eine sekundäre Nachfragestufe hinzu. Unterdessen bleiben die Momentum-Indikatoren eher gedämpft als richtungsweisend, wobei der Relative Strength Index (RSI) nahe einem neutralen Wert von 51 pendelt und der Moving Average Convergence Divergence (MACD) Indikator leicht negativ ist. Dies deutet darauf hin, dass die Bullen strukturell die Kontrolle behalten, aber derzeit an starkem Folgeauftrieb fehlen.
Zwischenzeitlich liegt die unmittelbare Unterstützung beim 200-Perioden EMA bei 4.784,25 USD und anschließend beim 50,0%-Retracement bei 4.762,13 USD. Ein nachhaltiger Bruch unter dieses Cluster würde tiefere Fibonacci-Unterstützungen bei 4.607,05 USD und 4.415,17 USD freilegen, bevor die breitere Tiefzone nahe 4.105,01 USD erreicht wird. Auf der Oberseite ergibt sich der erste Widerstand am 61,8%-Fibo-Retracement bei 4.917,21 USD, mit weiteren Hürden am 78,6%-Niveau bei 5.138,01 USD und im Bereich des Zyklus-Hochs bei 5.419,25 USD, wo eine Ablehnung wahrscheinlich die aktuelle bullische Phase begrenzen würde.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.