Gold (XAU/USD) baut auf der guten Erholung des Vortags von unter 4.650 USD auf und gewinnt während der asiatischen Sitzung am Dienstag etwas an positiver Dynamik. Trotz gescheiterter US-Iran-Friedensgespräche am Wochenende scheinen die Anleger hoffnungsvoll, dass die Tür für Diplomatie offen bleibt und die Verhandlungen fortgesetzt werden. Abgesehen davon belastet die Unsicherheit über zukünftige Zinsschritte der US-Notenbank (Fed) den US-Dollar (USD), was als Unterstützung für das Edelmetall gesehen wird.
US-Vizepräsident JD Vance schlug in einem Interview bei Fox News einen vorsichtig optimistischen Ton in Bezug auf die Verhandlungen mit Iran an und sagte, dass bedeutende Fortschritte erzielt wurden, auch wenn die Gespräche noch keinen Durchbruch gebracht haben. Vance fügte hinzu, dass der Rahmen für eine umfassende Vereinbarung erreichbar sei, wenn Iran bereit sei, den nächsten Schritt zu gehen. Der Optimismus unterstützt wiederum einen allgemein positiven Risikoton und untergräbt den Status des Greenbacks als globale Reservewährung, was USD-denominierten Rohstoffen, einschließlich Gold, zugutekommt.
Unterdessen hat ein Energieschock, verursacht durch den sich ausweitenden Konflikt im Nahen Osten, Sorgen über einen möglichen Anstieg der Inflationsdrucke geschürt. Zudem zeigten am Freitag veröffentlichte Daten, dass die US-Verbraucherinflation im März aufgrund des kriegsbedingten Anstiegs der Energiepreise den stärksten Anstieg seit fast vier Jahren verzeichnete, was den Fokus auf mögliche Zinserhöhungen in diesem Jahr lenkt. Das FedWatch-Tool der CME Group zeigt jedoch eine 30%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte (bps) im Dezember an, was den USD weiter belastet und dem zinslosen Gold zugutekommt.
Die genannten unterstützenden Faktoren hieven das XAU/USD-Paar in der letzten Stunde in den Bereich um 4.777 USD, wobei der Anstieg jedoch an bullischer Überzeugung mangelt angesichts der anhaltenden Instabilität in der Straße von Hormus. US-Präsident Donald Trump erklärte, dass die Blockade der strategischen Wasserstraße durch die US-Marine offiziell begonnen habe und drohte, iranische Kriegsschiffe, die sich nähern, zu zerstören. Iran reagierte mit Drohungen gegen alle Häfen im Persischen Golf und im Golf von Oman. Dies hält die geopolitischen Risiken aufrecht, was die USD-Bären daran hindert, aggressive Wetten zu platzieren, und den Goldpreis deckelt.
Vor dem Hintergrund der guten Erholung des Vortags könnte eine anschließende Stärke über dem 50%-Retracement-Level des Rückgangs im März als wichtiger Auslöser für die XAU/USD-Bullen gesehen werden. Das Edelmetall bleibt jedoch unter dem 200-Perioden Simple Moving Average (SMA) bei 4.854,58 USD gedeckelt, was den übergeordneten Ton leicht bärisch hält.
Der Relative Strength Index (RSI) nahe 57 tendiert zur bullischen Seite des Neutralbereichs, während das Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Histogramm sich der Nulllinie nähert. Dies deutet darauf hin, dass der Abwärtsdruck nachlässt, aber noch nicht überzeugend umgekehrt ist.
Daher könnte jede weitere Aufwärtsbewegung zunächst auf Widerstand am 200-Perioden-SMA um 4.855 USD stoßen, gefolgt vom 61,8%-Fibonacci-Retracement bei 4.913 USD. Ein Durchbruch über Letzteres würde den Weg in Richtung 5.133 USD und dem Zyklus-Hoch bei 5.413 USD öffnen.
Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung beim 50%-Retracement nahe 4.759 USD, mit weiteren Auffangzonen beim 38,2%-Level bei 4.604 USD und anschließend bei 4.413 USD. Ein Durchbruch unter diese Fibonacci-Ebenen würde die breitere strukturelle Basis in Richtung 4.104 USD freilegen.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.