Der Japanische Yen (JPY) gewinnt gegenüber dem US-Dollar (USD), da nachlassende Ölpreise die Stagflationssorgen in Japan abschwächen. Allerdings hatten die jüngsten Energiepreissteigerungen im Zusammenhang mit den Nahost-Bedenken Erwartungen an eine kurzfristige Zinserhöhung der Bank of Japan (BoJ) befeuert. Das Paar notiert während der asiatischen Handelszeiten am Dienstag um die Marke von 159,00.
Der Gouverneur der Bank of Japan (BoJ), Kazuo Ueda, betonte am Montag die Notwendigkeit zur Wachsamkeit hinsichtlich der wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Konflikts und warnte, dass steigende Ölpreise die Wachstumsaussichten Japans belasten könnten.
Das Paar USD/JPY verliert an Boden, da die Nachfrage nach dem US-Dollar (USD) als sicherer Hafen nach Berichten nachließ, wonach die Vereinigten Staaten (US) und der Iran möglicherweise weitere Gespräche führen, um einen längerfristigen Waffenstillstand zu sichern, bevor die aktuelle zweiwöchige Waffenruhe endet.
Darüber hinaus steht der Greenback vor Herausforderungen, da die jüngste Entspannung der Ölpreise den Inflationsdruck und die hawkische Stimmung in Bezug auf die Geldpolitik der Federal Reserve (Fed) abschwächt. Fed-Gouverneur Stephen Miran erklärte, der energiebedingte Schock durch den Iran habe die langfristigen Inflationserwartungen noch nicht beeinflusst, und fügte hinzu, er erwarte, dass der Preisdruck innerhalb eines Jahres zum Ziel der Zentralbank zurückkehrt.
US-Finanzminister Scott Bessent sagte in einem Interview mit Semafor am Dienstag, die USA sollten „abwarten“, bevor sie die Zinsen senken, und zeigte sich zuversichtlich, dass die jüngsten Preissteigerungen sich nicht in den Inflationserwartungen verankern werden.
US-Präsident Donald Trump erklärte, dass der Iran Kontakt aufgenommen habe und nun eine Wiederaufnahme der Verhandlungen anstrebe. Vizepräsident JD Vance deutete ebenfalls laufende diplomatische Bemühungen und einen möglichen Weg zur Deeskalation des US-Iran-Konflikts an. Vance erklärte, die jüngsten Gespräche am Wochenende seien konstruktiv gewesen und hätten US-Beamten tiefere Einblicke in die Verhandlungsposition des Iran verschafft.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.