Die Strategen Sim Moh Siong und Christopher Wong von OCBC sehen die jüngsten Kursgewinne des Neuseeland-Dollars (NZD) nach einer restriktiven Rhetorik der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) als anfällig. Die Märkte preisten inzwischen nahezu drei Zinserhöhungen bis Jahresende ein, obwohl Neuseeland mit einer negativen Produktionslücke und unterdurchschnittlichem Wachstum konfrontiert sei. Die Experten rechnen lediglich mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte im vierten Quartal 2026, sehen den NZD durch steigende Ölpreise belastet und erwarten eine anhaltende Schwäche gegenüber dem australischen Dollar.
„Der NZD legte nach restriktiven Äußerungen von RBNZ-Gouverneur Breman zu, der signalisierte, dass die Notenbank nicht zögern würde, die Zinsen deutlich anzuheben, falls die Kerninflation erneut anzieht.“
„Die Markterwartungen haben sich deutlich in eine restriktive Richtung verschoben, inzwischen werden bis Jahresende nahezu drei Zinserhöhungen eingepreist. Dies erscheint angesichts der ausgeprägten negativen Produktionslücke in Neuseeland und der jüngsten Phase unterdurchschnittlichen Wachstums überzogen, da beide Faktoren die Hürde für eine aggressive Straffung hoch ansetzen.“
„Wir erwarten, dass die RBNZ erst im vierten Quartal 2026 mit Zinserhöhungen beginnt und lediglich einen Schritt um 25 Basispunkte vornimmt, wodurch der Leitzins bis Ende 2026 auf 2,75 Prozent steigen dürfte. Die relative Schwäche des NZD gegenüber dem AUD dürfte anhalten.“
„Ein erneuter Anstieg der Ölpreise – insbesondere im Falle eines Scheiterns der Gespräche zwischen den USA und dem Iran – dürfte jedoch energieimportabhängige Währungen mit hoher Sensitivität wie den NZD belasten.“