West Texas Intermediate (WTI), die US-Rohöl-Benchmark, wird am Freitag während der frühen europäischen Handelsstunden bei rund 62,50 USD gehandelt. Der WTI-Preis zieht einige Verkäufer an, da anhaltende Überangebotsbedenken bestehen.
Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostizierte am Donnerstag in ihrem monatlichen Bericht, dass das Wachstum der weltweiten Ölnachfrage in diesem Jahr schwächer sein wird als zuvor erwartet, wobei das Gesamtangebot voraussichtlich die Nachfrage übersteigen wird.
Darüber hinaus könnte ein signifikanter Anstieg der US-Rohöllagerbestände zum Rückgang des WTI beitragen. Laut dem wöchentlichen Bericht der US-Energieinformationsbehörde (EIA) stiegen die Rohöllagerbestände in den USA in der Woche bis zum 6. Februar um 8,53 Millionen Barrel, verglichen mit einem Rückgang von 3,455 Millionen Barrel in der Vorwoche.
Andererseits könnten steigende Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran den WTI-Preis stützen. Das Wall Street Journal berichtete am Mittwoch, dass die USA in Erwägung ziehen, Tanker mit iranischem Rohöl zu beschlagnahmen, und dass die USA eine zweite Flugzeugträgerkampfgruppe in den Nahen Osten entsenden könnten, sollte es zu einem Scheitern der Nukleargespräche mit dem Iran kommen.
Händler werden die Entwicklungen in den diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und dem Iran genau beobachten. "Die Haupttriebkraft auf den Ölmärkten sind derzeit immer noch die Spannungen zwischen den USA und dem Iran," sagte Zhou Mi, ein Analyst eines mit Chaos Ternary Futures Co. verbundenen Forschungsinstituts. "Die Preise werden voraussichtlich volatil bleiben."
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.