Euro bekommt Rückenwind - Japans Investoren verkaufen vor allem US-Anleihen
Commerzbank-Experte Volkmar Baur verweist auf die Nettoverkäufe ausländischer Anleihen durch japanische Investoren und deren Bedeutung für die globalen Renditen. Zwar seien japanische Anleger zuletzt wieder als Käufer französischer Anleihen aufgetreten, doch ihre Verkäufe von US-Anleihen hätten dem Euro gegenüber dem Dollar etwas Unterstützung gegeben.
„In den vergangenen zwölf Monaten haben japanische Investoren netto 5 Billionen Yen, also rund 30 Milliarden Euro, mehr an ausländischen Anleihen verkauft als gekauft. In den vergangenen 20 Jahren gab es nur drei Phasen, in denen japanische Investoren auf rollierender Zwölf-Monats-Basis bedeutende Nettoverkäufer ausländischer Anleihen waren: 2013 bis 2014, nach der Pandemie 2022 bis 2023 und in den vergangenen drei Monaten.“
„Indirekt ist es für die globalen Anleihemärkte jedoch klar relevant, ob japanische Investoren Monat für Monat verlässliche Käufer ausländischer Anleihen sind oder ob sie, wie in den vergangenen zwölf Monaten, zu Nettoverkäufern werden. Es dürfte einen Zusammenhang zwischen dem Anstieg der globalen Renditen und der wachsenden Zurückhaltung japanischer Investoren geben, Kapital im Ausland anzulegen.“
„Zwar waren japanische Investoren in den vergangenen zwölf Monaten tatsächlich Nettoverkäufer langfristiger französischer Anleihen, und die kumulierten Nettokäufe seit Anfang 2014 sind seit der Pandemie deutlich zurückgegangen. In den vergangenen drei Monaten sind sie jedoch bereits wieder als Käufer zurückgekehrt. Daher erscheint es unwahrscheinlich, dass japanische Investoren für die jüngsten Verwerfungen am französischen Anleihemarkt verantwortlich waren oder auch nur wesentlich dazu beigetragen haben.“
„Interessanterweise haben japanische Investoren in den vergangenen Monaten jedoch vor allem US-Anleihen verkauft. Aus dieser Perspektive haben japanische Anleiheflüsse den Euro gegenüber dem US-Dollar zuletzt etwas gestützt.“