Die EUR/JPY-Paarung notiert am Mittwoch in den frühen europäischen Handelsstunden im negativen Bereich nahe 178,50. Der japanische Yen (JPY) legt gegenüber dem Euro (EUR) leicht zu, da eine Reihe hawkischer Äußerungen von Entscheidungsträgern der Bank of Japan (BoJ) die Ansicht verfestigt hat, dass die BoJ noch in diesem Monat die Zinsen anheben wird.
Das BoJ-Vorstandsmitglied Hajime Takata sagte vergangene Woche, dass die Zentralbank einen aggressiveren Ansatz verfolgen könnte als erwartet. Takata erklärte weiter, eine Anhebung um 25 Basispunkte sei „nicht unbedingt in Stein gemeißelt“, und generell seien auch aufeinanderfolgende Zinserhöhungen möglich.
Die BoJ dürfte auf ihrer geldpolitischen Sitzung im September ihren Leitzins von derzeit 1,0% auf 1,25% anheben und damit eine Beschleunigung des Zinserhöhungstempos signalisieren. Dies würde den Zinssatz auf den höchsten Stand seit etwa 31 Jahren bringen und auf eine Zinserhöhung im Juni folgen.
Strategen bei Rabobank argumentieren, dass das „klare Problem mit der Verwendung des JPY als Finanzierungswährung zusammenhängt“, wobei die Märkte nun fragen, „ob es kurzfristig noch Spielraum für eine Fortsetzung des jüngsten raschen Eindeckens von JPY-Short-Positionen gibt“. Sie fügen hinzu, dass ein „aufwertender JPY neue Unsicherheit darüber bringen würde, ob inländische japanische Anleger weniger Anreiz hätten, im Ausland nach Chancen zu suchen“, eine Debatte, die durch den Anstieg der JGB-Renditen noch verschärft wurde, was „dieses Thema bereits zu einem aktuellen Schwerpunkt gemacht hat“. Rabobank weist zudem darauf hin, dass „der Markt schon seit einiger Zeit vermutet, dass das US-Finanzministerium besorgt darüber ist, dass große japanische Versicherer möglicherweise US-Staatsanleihen zugunsten von JGBs verkaufen könnten“, was unterstreicht, wie sich Veränderungen im Zinsumfeld Japans auf die globale Positionierung im Anleihemarkt auswirken könnten.
Im Tages-Chart setzt EUR/JPY seinen Korrekturrückgang fort und hält sich klar unter den wichtigen gleitenden Durchschnitten, was den kurzfristigen Bias klar bärisch hält. Der Kurs liegt unter dem 20-Tage-Simple-Moving-Average (dem mittleren Bollinger-Band) und dem 100-Tage-Simple-Moving-Average, was einen Markt unterstreicht, der weiterhin durch den mittelfristigen Trendwiderstand gedeckelt ist. Der Relative Strength Index (14) ist auf rund 22 gefallen, tief im überverkauften Bereich, was darauf hindeutet, dass zwar der Abwärtsdruck anhält, der Ausverkauf jedoch Gefahr läuft, an Dynamik zu verlieren, falls die Verkäufer den Kurs nicht deutlich weiter nach unten drücken.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim unteren Bollinger-Band nahe 179,00, wobei ein Anstieg über diese Barriere nötig wäre, um den unmittelbaren Verkaufsdruck zu verringern. Darüber hinaus befindet sich die nächste Hürde bei der psychologischen Marke von 180,00, auf dem Weg zur Bollinger-Mittellinie bei 183,82 und dem 100-Tage-SMA bei 184,70.
Auf der Unterseite fungiert das Tief vom 10. November 2025 bei 177,17 als erste Unterstützungsmarke für das Währungspaar. Jeder weitere Verkaufsdruck unter dieses Niveau könnte den Weg zum Tief vom 4. November 2025 bei 176,09 ebnen, gefolgt vom Tief vom 21. Oktober 2025 bei 175,35.
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Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.