Das AUD/JPY-Kreuz handelt im frühen europäischen Handel am Dienstag im positiven Bereich um 113,40. Der japanische Yen (JPY) schwächt sich gegenüber dem Australischen Dollar (AUD) angesichts wachsender fiskalischer Sorgen und anhaltender Inflationsdrucke ab. Händler warten auf die Veröffentlichung der australischen Arbeitsmarktdaten, die später am Donnerstag ansteht.
Der Plan von Premierministerin Sanae Takaichi, die Verbrauchssteuer auf Lebensmittel für zwei Jahre auf 1% zu senken, hat die Marktbesorgnis verstärkt, da die Regierung bislang keine alternative Einnahmequelle identifiziert hat und die Maßnahme als ineffektiver Weg zur Bekämpfung der Inflation angesehen wird. Darüber hinaus sorgen sich die Märkte auch über die hohen Energiekosten, die auf Japans ölabhängiger Wirtschaft und dem japanischen Yen lasten.
Dennoch haben sich die Erwartungen verstärkt, dass die Bank of Japan (BoJ) auf ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung im September die Zinsen anheben wird. Reuters berichtete am Freitag, dass die japanische Zentralbank eine Zinserhöhung bereits im September erwägt. Overnight-Index-Swaps preisen eine Wahrscheinlichkeit von rund 80% für einen solchen Schritt bis dahin ein.
DBS-Stratege Philip Wee hebt eine deutliche Neubewertung der relativen geldpolitischen Erwartungen hervor und merkt an, dass „die Marktwahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Bank of Japan im September von 21% auf 81% gestiegen ist, während die Erwartungen für eine Zinserhöhung der Fed von 72% auf 32% eingebrochen sind.“ Er argumentiert, dass die Bären beim JPY die Auswirkungen dieser Verschiebung der vom Markt implizierten Wahrscheinlichkeiten möglicherweise unterschätzen, insbesondere vor dem Hintergrund einer stärker unterstützenden Haltung zu höheren Zinsen von Premierministerin Sanae Takaichi, die unter wachsendem innenpolitischem Druck steht, den Yen zu stabilisieren.
Im Tages-Chart behält AUD/JPY eine bullische kurzfristige Tendenz bei, da sich der Kurs sowohl über dem 100-Tage-Simple-Moving-Average (SMA) als auch über der Mittellinie der Bollinger-Bänder hält, was auf eine solide zugrunde liegende Nachfragezone hindeutet. Der Relative Strength Index (14) bei 57,55 liegt weiterhin komfortabel über der neutralen Marke und deutet auf ein konstruktives Momentum hin, ohne bislang überkaufte Bedingungen zu erreichen.
Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung beim 100-Tage-SMA bei 113,00, gefolgt vom mittleren Bollinger-Band nahe 112,65. Das nächste zu beachtende Niveau liegt beim unteren Band um 110,00.
Auf der Oberseite ergibt sich der unmittelbare Widerstand am Hoch vom 16. Juli bei 113,88, auf dem Weg zum Hoch vom 27. Juli bei 114,67. Die nächste Hürde liegt beim oberen Bollinger-Band nahe 115,25, wo ein Tagesschluss über dieser Obergrenze den Weg für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends öffnen würde.
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Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.