EUR/JPY stürzt am Donnerstag ab und liegt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung mit 2,54 % im Minus bei rund 182,60, nachdem ein plötzlicher Anstieg des japanischen Yen (JPY) offenbar durch eine weitere Intervention der japanischen Behörden am Devisenmarkt ausgelöst wurde. Die Bewegung war besonders heftig, das Währungspaar verlor innerhalb weniger Minuten mehr als 400 Pips.
Die JPY-Rallye kommt ohne offensichtlichen wirtschaftlichen Katalysator zustande und verstärkt die Spekulationen, dass das japanische Finanzministerium am Markt eingegriffen hat, um die anhaltende Schwäche der Währung einzudämmen. Auch USD/JPY fällt unter die Marke von 161,00, während andere wichtige Yen-Kreuzpaare breite Verluste verzeichnen.
Die vermutete Intervention erinnert an das Ereignis Ende April, als der japanische Yen gegenüber dem US-Dollar um fast 3 % aufwertete, nachdem USD/JPY ein Hoch von 160,72 erreicht hatte. Damals warnte die japanische Finanzministerin Katayama Satsuki, dass „entschlossenes“ Handeln unmittelbar bevorstehe, während der oberste Währungsdiplomat Atsushi Mimura dies als „letzte Warnung“ des Marktes bezeichnete. Zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen teilten Reuters später mit, dass die japanischen Behörden interveniert hätten, um die Währung zu stützen. Seitdem hat die Finanzministerin weiterhin davor gewarnt, dass weitere Interventionen möglich bleiben, da der japanische Yen weiter an Wert verloren hat.
Die Marktaufmerksamkeit richtet sich nun auf die geldpolitische Entscheidung der Bank of Japan (BoJ) am Freitag. Von der Zentralbank wird weithin erwartet, dass sie ihren Leitzins unverändert bei 1% belässt, doch Anleger werden die aktualisierten Wirtschaftsprognosen und die Äußerungen von Gouverneur Kazuo Ueda genau beobachten, um Hinweise darauf zu erhalten, ob eine weitere Zinserhöhung bereits im Oktober oder erst im Dezember erfolgen könnte. Eine hawkishe Botschaft könnte die Erholung des japanischen Yen ausweiten und den Druck auf JPY-Kreuzpaare aufrechterhalten.
Auf europäischer Seite haben die jüngsten Wirtschaftsdaten dem Euro (EUR) nur begrenzte Unterstützung geboten. Vorläufige Zahlen zeigten, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands im zweiten Quartal um 0,2% QoQ gewachsen ist und damit die Erwartungen von 0,1% übertroffen hat, während sich das Jahreswachstum auf 0,9% beschleunigte.
In der Eurozone wuchs die Wirtschaft im zweiten Quartal um 0,4% und um 1% YoY und übertraf damit ebenfalls die Markterwartungen. Unterdessen meldete die Europäische Kommission eine Verbesserung des Verbrauchervertrauens und der Wirtschaftsstimmung im Juli, obwohl die Arbeitslosenquote auf 6,3% leicht anstieg.
Die folgende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung von Japanischer Yen (JPY) gegenüber den aufgeführten Hauptwährungen heute. Japanischer Yen war am stärksten gegenüber dem US-Dollar.
| USD | EUR | GBP | JPY | CAD | AUD | NZD | CHF | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| USD | -0.56% | -0.53% | -2.58% | -0.28% | -0.91% | -1.33% | -1.12% | |
| EUR | 0.56% | 0.02% | -2.00% | 0.34% | -0.37% | -0.79% | -0.53% | |
| GBP | 0.53% | -0.02% | -2.01% | 0.30% | -0.38% | -0.79% | -0.53% | |
| JPY | 2.58% | 2.00% | 2.01% | 2.37% | 1.73% | 1.29% | 1.57% | |
| CAD | 0.28% | -0.34% | -0.30% | -2.37% | -0.62% | -1.05% | -0.78% | |
| AUD | 0.91% | 0.37% | 0.38% | -1.73% | 0.62% | -0.41% | -0.17% | |
| NZD | 1.33% | 0.79% | 0.79% | -1.29% | 1.05% | 0.41% | 0.29% | |
| CHF | 1.12% | 0.53% | 0.53% | -1.57% | 0.78% | 0.17% | -0.29% |
Die Heatmap zeigt die prozentuale Entwicklung der wichtigsten Währungen im Vergleich zueinander. Die Basiswährung wird aus der linken Spalte ausgewählt, während die Notierungswährung aus der oberen Zeile ausgewählt wird. Wenn Sie zum Beispiel Japanischer Yen aus der linken Spalte auswählen und sich entlang der horizontalen Linie zum US-Dollar bewegen, wird die prozentuale Veränderung in der Box als JPY (Basis)/USD (Notierungswährung) angezeigt.