USD/CHF steigt am Montag auf frische Höchststände seit Juni 2025, nachdem Bloomberg berichtet hatte, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Leitzins bis Ende 2027 bei null belassen könnte. Die SNB lehnte es später laut Reuters ab, zu dem Bericht Stellung zu nehmen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert das Paar bei rund 0,8187 und baut damit seine Gewinne den sechsten Tag in Folge aus.
Die Schweizer Inflation bleibt gedämpft und bequem innerhalb der Preisstabilitätsspanne der SNB von 0%-2%. Die seit Beginn des US-Iran-Kriegs erhöhten Ölpreise haben die kurzfristigen Inflationsrisiken zwar steigen lassen, doch die Auswirkungen sind in der Schweiz deutlich begrenzter als in den Vereinigten Staaten.
Der Bloomberg-Bericht stellte fest, dass der Ausblick vor allem auf den aktuellen Inflationsprognosen basiert und keine größeren neuen Schocks unterstellt, unter Berufung auf mit den Überlegungen innerhalb der Zentralbank vertraute Personen.
Auseinanderlaufende geldpolitische Erwartungen halten USD/CHF kurzfristig auf der Oberseite. Während erwartet wird, dass die SNB die Zinsen bei null belässt, sehen Händler die Möglichkeit, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinssätze in diesem Jahr anheben könnte. Der große Zinsabstand zwischen den beiden Ländern spricht für den US-Dollar (USD).
Die Fed gibt am Mittwoch ihre geldpolitische Entscheidung bekannt und es wird allgemein erwartet, dass sie die Zinssätze unverändert lässt. Händler preisen jedoch weiterhin eine Wahrscheinlichkeit von 33% für eine sofortige Anhebung ein, während die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September laut dem CME FedWatch Tool bei rund 81% liegt.
Unterdessen hat sich der Greenback während des US-Iran-Kriegs auch als bevorzugte sichere Hafenwährung erwiesen, während die Bereitschaft der SNB, übermäßige Stärke des Schweizer Franken einzudämmen, die Nachfrage nach der Währung begrenzt.
Eine vorübergehende Pause bei den Angriffen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran belastete den US-Dollar zunächst im Tagesverlauf. Die Zuversicht verflog jedoch, da die Aussichten auf ein Friedensabkommen gering erscheinen.
Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei rund 101,47 und erholt sich damit von einem Intraday-Tief bei 101,12.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) steuert die Geldpolitik des Landes und strebt eine jährliche Inflationsrate von unter 2 % an, um Preisstabilität zu gewährleisten.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) legt die Zinssätze fest, um die Preisstabilität zu gewährleisten. Wenn die Inflation über das Ziel hinausgeht, erhöht die SNB die Zinsen, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinsen stärken den Schweizer Franken (CHF), während niedrigere Zinsen ihn schwächen.
Die SNB greift zudem regelmäßig in den Devisenmarkt ein, um eine übermäßige Aufwertung des Schweizer Frankens zu verhindern, da ein starker Franken die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten Schweizer Wirtschaft belastet. Zwischen 2011 und 2015 führte die SNB sogar eine feste Bindung des Frankens an den Euro ein, um dessen Aufwertung zu stoppen. Heute interveniert die Bank, indem sie ihre umfangreichen Devisenreserven nutzt, um Fremdwährungen wie den US-Dollar oder den Euro zu kaufen. In Zeiten hoher Inflation, insbesondere getrieben durch steigende Energiepreise, verzichtet die SNB jedoch auf Eingriffe, da ein starker Franken die Energieimporte verbilligt und so den Inflationsdruck auf Schweizer Haushalte und Unternehmen mildert.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) überprüft viermal jährlich, im März, Juni, September und Dezember, ihre geldpolitische Ausrichtung. Dabei veröffentlicht sie auch eine mittelfristige Inflationsprognose, die in den darauffolgenden Monaten das geldpolitische Umfeld maßgeblich prägen kann.